Bürgerinitiativen informieren: Warnung vor Baugenehmigung für Lainzer Tunnel!

Wien (OTS) - Wegen des jüngsten Flammeninfernos durch leckgeschlagene Methanol-Waggons bei Himberg (NÖ) mußten zahlreiche Anrainer während der Nacht unverzüglich evakuiert werden. Dem raschen und mutigen Einsatz der örtlichen Feuerwehren ist es zu verdanken, daß Himberg einer Katastrophe entgangen ist. Begünstigt wurde diese Rettungsaktion durch den Umstand, daß die Feuerwehrleute aufgrund des frei liegenden Gleisabschnitts relativ leichten Zutritt hatten. Nicht auszudenken, wenn dieses Zugunglück in einem Tunnel geschieht, der so wie das umstrittene Megaprojekt Lainzer Tunnel als Doppelgleisröhre nur wenige Meter unter Wiener Wohngebieten konzipiert ist.

Projekt Lainzer Tunnel bei Brand eine Todesfalle

Er könnte im Falle eines Vollbrandes zum Massengrab für hunderte Fahrgäste geraten und würde darüber hinaus zahlreiche Anrainer durch hitzebedingtes Nachgeben der Tunnelkonstruktion lebensgefährlich bedrohen.

Franz Schodl von der "Plattform Schienenverkehr" gibt zu bedenken:
"Für Brandschutzexperten wie z.B. Prof. DDr. Ulrich Schneider (TU Wien) ist der geplante Lainzer Tunnel wegen seiner schweren Sicherheitsmängel (anstatt Rettungsstollen nur alle 600 Meter enge, bis zu 80 Meter hohe Notausstiege: kein Lüftungssystem) nicht baugenehmigungsfähig." In der Tat bestätigt auch die Wiener Berufsfeuerwehr, daß ein nach bereits wenigen Minuten entwickelter Vollbrand nicht mehr beherrschbar ist: Infolge enormer Hitze (bis zu 1300 Grad Celsius) und starken Rauchs könnten Lösch- und Bergungstrupps nicht mehr zum Brandgeschehen hinuntergelangen. Auch die von der Bauwerberin HLAG vielgepriesene "Selbstrettung" für Zugpassagiere würde durch die schnelle Verbreitung von Rauchgasen (3m/sec.!) zur Illusion verkommen.

Diese tragische Erfahrung haben diverse Tunnelbrände - darunter auch Kaprun - gelehrt. "Und da behauptet NR-Abgeordneter Peter Schieder (SP), der geplante Lainzer Tunnel sei eine sichere und saubere Lösung", ärgert sich Schodl. Bekanntlich war es ausgerechnet Schieder, der im Jahre 1977 als Wiener Umweltstadtrat anläßlich eines brennenden Tankwagenzuges auf der Verbindungsbahn gefordert hat:
"Kein Wohnhaus über Bahngleisen" (Kronenzeitung 21.6.1977).

Baugenehmigung verweigern!

Wenngleich die Zufahrtsrampen für den Lainzer Tunnel gerade begraben werden, gibt es für den Tunnel selbst nach wie vor keine eisenbahnrechtliche Baugenehmigung. Franz Schodl: "Das Flammeninferno von Himberg - obgleich Glück im Unglück - bestätigt erneut, daß sündteure Großprojekte wie das knapp 30 km (!) lange, geschlossene "Tunnelsystem Wienerwald und Lainz" ein viel zu hohes Sicherheitsrisiko darstellen und nicht zu verantworten sind. FP-Verkehrsminister Gorbach sollte die alarmierenden Gutachten zum Lainzer Tunnel ernst nehmen und dieses unnötige Milliardenprojekt durch bessere und billigere Lösungen ersetzen. Auch wenn es der Baulobby nicht paßt, die bekanntlich diese Röhre vehement fordert, aber nicht im geringsten dafür irgendeine Verantwortung zu tragen hat."

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Mag. Franz Schodl
Tel.: 01/804 31 80

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