Neues Volksblatt" Kommentar: "Sinn" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 22. Dezember 2003

Linz (OTS) - Einen pragmatischen Zugang hat Kardinal Christoph Schönborn zur seit Jahren wiederkehrenden Frage nach dem 8. Dezember. "Warum schaffen wir den Feiertag nicht ab, wenn der religiöse Sinn verloren gegangen ist?", so Schönborn. Er fügt aber hinzu, dass man sich doch um einen ruhigen Tag in der "stillsten Zeit" bemühen sollte. Nicht zu Unrecht. Das Gejammere um den vielen Stress gerade in der "besinnlichen" Adventzeit wird mehr, auch die Weihnachtsverweigerer lauter. Die Menschen taumeln im Kaufrausch durch die Einkaufsstraßen, der Handel gibt sich im ersten Moment erfreut, um am nächsten Tag doch wieder zu jammern. Vermutlich sollen dadurch potenzielle Kunden nicht abgeschreckt, sondern zu noch mehr Konsum verführt werden. Um die Schulden können sich doch nach Weihnachten die Schuldnerberater kümmern. Ist das der Sinn und Zweck von Advent und Weihnachten? Mit Sicherheit nicht. Zeit für sich und für die Familie zu haben, leere Batterien aufzuladen aber auch an die christliche Botschaft zu denken wäre angebracht. Nicht nur für jene, die im Umfeld des "Fests der Familie" völlig die Nerven verlieren und unüberlegt aggressiv werden.

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