Muttonen: Residenz-Verkauf ist kulturpolitischer Skandal, den die Regierung zu verantworten hat

Wien (SK) "Der überfallsartige Verkauf des Salzburger Residenz Verlages ist nicht nur ein Schock für die Kulturschaffenden Österreichs, sondern auch ein kulturpolitischer Skandal, den die Regierung zu verantworten hat", erklärte SPÖ-Kultursprecherin Chrstine Muttonen Sonntag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Der Verkauf falle in eine Zeit, in der die Republik Österreich im Rahmen eines Treuhandvertrages mit dem Klett Verlag noch Eigentümerfunktionen beim Österreichischen Bundesverlag ausübt, sagte Muttonen. Es stelle sich daher die Frage, warum Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Kunststaatssekretär Franz Morak dem überfallsartigen Verkauf von Residenz an das Niederösterreichische Pressehaus zugestimmt haben, dessen höchster Eigentümervertreter der konservative St. Pöltner Bischof Kurt Krenn ist. "Die Kulturschaffenden müssen sich zu Recht fragen, welche Freiräume sie in Zukunft unter den neuen Eigentumsverhältnissen haben werden."

Alle bisherigen Aussagen der Käufer und Verkäufer lassen laut Muttonen darauf schließen, dass keine Garantien für den Standort Salzburg vereinbart worden sind. Es müsse daher zusätzlich befürchtet werden, dass die Verlagerung des Residenz Verlages von Salzburg nach St. Pölten nur noch eine Frage der Zeit ist. Damit würde der Verlag aber auch sein kulturelles Umfeld verlieren, das Gründer Wolfgang Schaffler in einem beeindruckenden Lebenswerk aufgebaut hat.

Muttonen sieht sich in ihrer ablehnenden Haltung zur ÖBV-Privatisierung bestätigt. "Hier wurde österreichisches Familiensilber verschleudert und es ist irreparabler Schaden an österreichischen Kulturgütern entstanden. Gleichzeitig werden die Interessen der Autoren am Altar der Privatisierung geopfert", so die SPÖ-Kultursprecherin.

Muttonen wies darauf hin, dass die Stuttgarter Klett-Gruppe erst Ende 2006 den Kaufpreis für den ÖBV entrichten muss, sie darf sich aber schon jetzt von jenen Bereichen trennen, die nicht so profitabel sind wie der Schulbuchverlag. Muttonen: "Der Grundsatz 'Erst filetieren, dann zahlen' ist wohl einmalig in der Geschichte der Privatisierungen in Österreich.

Ein weiteres Beispiel für die fahrlässige Vorgangsweise der Regierung sei die Zustimmung zur Schließung des traditionsreichen Antiquariats Deuticke. Hier versuche der Klett Verlag, durch einen überhasteten Lagerabverkauf einen Teil des Kaufpreises für die ÖBV-Gruppe im voraus zu verdienen, während Wien sein größtes und bedeutendstes Antiquariat verloren hat, schloss Muttonen. (Schluss) cs

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0001