Swoboda: "Frieden im Nahen Osten ist möglich"

Bayr stellt Projekt "Durch die Augen der Anderen" vor

Wien (SK) "Frieden ist möglich" - unter diesem Motto stand die Jahresabschlussfeier des SPÖ-Europabüros. Das Motto erinnert an den Konflikt im Nahen Osten, bei welchem "die Fronten verhärtet sind und die Situation verfahren ist", so SPÖ-EU-Delegationsleiter Hannes Swoboda am Freitag. Er verwies jedoch explizit darauf, dass die Hoffnung auf einen Frieden in der Region nicht aufgegeben werden dürfe. Weiters erinnerte Swoboda an das Genfer Abkommen, das "von Privaten initiiert worden ist" und das als "Symbol" für einen konkreten Friedensplan gesehen werden soll, auf den nicht verzichtet werden dürfe. Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, stellte die israelische Friedensorganisation Givat Haviva vor, die mit ihrem Programm "Von Angesicht zu Angesicht" ein Begegnungsprogramm von arabischen und jüdischen Jugendlichen initiierte, welches durch "durch Begegnungen Vorurteile abzubauen" versuche und die direkte Annäherung zwischen der jüdischen und der arabischen Kultur forciere. Im Rahmen der Feier wurden zudem das Projekt "Gaza Power Station", das laut seiner Initiatoren Bernd Fasching und Bernd Anwander "ein Kraftwerk zur kulturellen Energiegewinnung" sei sowie die Ausstellung "Hidden Images" von Wolf Werdigier, die sich in psychoanalytischer Weise mit der Situation der Betroffenen in der dieser Region auseinandersetzt, vorgestellt. ****

Obwohl der Konflikt im Nahen Osten viele in Verzweiflung bringe, da aus dieser Region "nur Negatives, Tod und Zerstörung" übermittelt werde, müsse an einem konkreten Friedensplan gearbeitet werden, plädierte Swoboda. Der Nahe Osten befinde sich in der Nachbarschaft von Europa, und Europa müsse "klar Stellung dazu beziehen" und die Entwicklung des Friedens verstärkt unterstützen, fuhr Swoboda fort. "Ich bedaure, dass an der Friedenspolitik von Bruno Kreisky nicht mehr angeknüpft werden kann", sagte der EU-Delegationsabgeordnete und ergänzte sein Aussage mit einem Verweis auf das Genfer Abkommen, das der Friedenspolitik von Bruno Kreisky nahe sei.

Petra Bayr stellte den israelischen Friedensverein Givat Haviva vor, bei welchem sie die Funktion der Vizepräsidentin inne hat. Givat Havia besteht sei 1949, fast so lange wie der Staat Israel selbst und ist die älteste Institution in diesem Lande, die sich der jüdisch-arabischen Verständigung widmet. "Die Methode der Institution besteht darin, Vorurteile abzubauen und den Dialog zu fördern - das Ziel ist es, dass in Israel zwei Gesellschaften parallel und miteinander existieren können", klärte Bayr auf. Die Zielgruppe bestehe aus jüdischen und arabischen FacharbeiterInnen und SozialarbeiterInnen, wobei die Hauptzielgruppe junge Menschen seien, fuhr Bayr fort. In den Städten lebe die jüdische und arabische Bevölkerung in getrennten Stadtvierteln und auf dem Land würden sie in getrennten Dörfern leben, schilderte Bayr den Alltag des Nahen Ostens und wies darauf hin, dass sich Givat Haviva auf Zentralisrael konzentriere. Auch das Schulsystem sei getrennt, allerdings würde den arabischen SchülerInnen Hebräisch als Pflichtgegenstand vermittelt, "weshalb sich die Jugendlichen im Alter von zwölf, 13 Jahren verständigen können", stellte Bayr die Rahmenbedingungen klar. Die kulturellen Begegnungen, die im Rahmen des Projekts Givat Haviva stattfinden, werden "sorgfältig geplant und lange vorbereitet", ergänzte Bayr. "Givat Haviva besitzt auch einen Campus, wo man wohnen kann und ein Kunstzentrum, in welchem junge Leute den Schulabschluss nachholen können", stellte Bayr das Projekt weiter vor.

Konkret stellte die Vizepräsidentin der israelischen Organisation das Fotoprojekt "Durch die Augen der Anderen" dar, bei welchem nicht "nur die Brennweite und die Verschlusszeit" gelehrt wurden, sondern wo der Kennenlerngedanke eine tragende Rolle spielte: Bei dem dargestellten Projekt hatten sich arabische Jugendliche in den Häusern jüdischer Familien eingefunden, um geeignete Motive zu suchen und zu fotografieren - jüdische ProjektteilnehmerInnen wiederum waren bei arabischen Familien geladen. Der Grundkonsens der FotografInnen lautete, dass "die fremden Leben den eigenen sehr gleich sind", fasste Bayr zusammen. Nicht nur das Verständnis für die andere Kultur wurde geweckt, sondern es wurden neue Perspektiven eröffnet, und "es entstanden auch neue Freundschaften", klärte Bayr auf.

Eine Auseinandersetzung mit dem Fremden und Unbekannten fand nicht nur unter den Jugendlichen statt, sondern wurde auch in den Familien selber diskutiert, so Bayr. "Ich hoffe, dass sich das Verständnis in einer militärischen, konfliktbeladenen und teilweise dialogunfähigen Gesellschaft entwickeln kann und dass das Projekt entscheidend dazu beitragen kann", sagte Bayr abschließend und bedankte sich bei Hannes Swoboda für seine Unterstützung. (Schluss) gg

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