Präs. Mag. Otto Gumpinger: Familienbund begrüßt Rechtsanspruch auf Elternteilzeit

Kleinbetriebe sollen sich Regelung auch anschließen

Linz (OTS) - Der Österreichische Familienbund begrüßt die Einführung einer Elternteilzeit ab April 2004. Der Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung bis zum siebenten Geburtstag des Kindes ist ein weiterer Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Somit haben zumindestens Eltern, die in Betrieben über 20 MitarbeiterInnen beschäftigt sind, die Möglichkeit die Erziehung der Kinder selbst zu übernehmen, sagte heute der Präsident des Österreichischen Familienbundes Mag. Otto Gumpinger anlässlich des Abschlusses der Begutachtungsfrist.

So sehr der österreichische Familienbund die neue Regelung begrüße, bleibe doch die ungerechte Tatsache, dass ein beträchtlicher Teil von Eltern von dieser Regelung ausgeschlossen werden, da die Mehrzahl der österreichischen Betriebe, Klein- und Mittelbetriebe sind und daher nicht unter diese Regelung fallen.

Auch wenn Klein- und Mittelbetriebe mit Mehrkosten gegen den Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung argumentieren, so ist der Nutzen von Teilzeitbeschäftigten unübersehbar, unterstreicht Gumpinger:

1. Höhere Flexibilität, Ausgleich von Stoßzeiten 2. Höheres Konzentrationsvermögen 3. Steigerung von Produktivität und Arbeitsqualität 4. Höhere Loyalität und Betriebstreue der MitarbeiterInnen bei Erfüllung von Teilzeitwünschen. 5. Beweisbar weniger Fehlzeiten - Krankenstände

Gerade bei Kleinbetrieben seien oben genannte Punkte oft fürs Überleben des Unternehmens notwendig. Es ist daher nicht einzusehen, dass gerade diese Unternehmenskategorie von der Teilzeitanspruchsregelung auf ausdrücklichen Wunsch der Wirtschaftsvertreter ausgenommen sind, so der Präsident des Familienbundes.

Der vorliegende Gesetzesentwurf schaffe zwei Kategorien von Eltern, jene die zu ihrem Glück in einem größeren Betrieb arbeiten dürfen und jene, die das "Pech" haben "nur" in einem Kleinbetrieb zu arbeiten. Dies sei ungerecht und schaffe kein gutes familienpolitisches Klima. Schließlich sollen alle Eltern die gleichen Chancen haben Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können.

Der Österreichische Familienbund regt daher an, die neue Elternteilzeitregelung sehr schnell zu evaluieren und danach umgehend auch Betriebe unter 20 Mitarbeiterinnen in diese Reglung einzubeziehen.

Weiters sollen vor allem Kleinbetriebe, die "freiwillig" verstärkt Teilzeitarbeitsplätze anbieten, bzw. die betriebliche Mehrkosten für familienfreundliche Maßnahmen haben, dies auch steuerlich absetzen können, betont Gumpinger abschließend.

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