"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Wir Hackler" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 18.12.2003

Wien (OTS) - Gleich nach der Schule Pampers statt Disco, dann Hackeln bis zum Umfallen, zum Schluss eine Pension, von der man kaum leben kann - und ja nicht murren: Sonst sind wir gleich bei unseren weit blickenden und gutmeinenden Politikern als böse "Besitzstandswahrer" verschrien.
Was Germanisten, Medienmenschen und Internet-User heuer zum Wort beziehungsweise Spruch des Jahres gekürt haben, das hat es in sich. Von der "Hacklerregelung" über "Kinder statt Partys" bis zum "Unwort" von den Besitzstandswahrern dreht sich alles ums liebe Geld und um die finanzielle Zukunft. Kein Wunder in dieser Zeit tief greifender Unsicherheit, in der uns Politik und Wirtschaft keinerlei Halt bieten.
Zu ernst nehmen sollte man derlei Umfragen aber nicht. Wer redet heute noch vom vorjährigen Teuro oder vom berühmten Nulldefizit, das uns 2001 besonders beeindruckt hat? Auch die "Sanktionen" des Jahres 2000 sind vergangen und vergessen, ganz zu schweigen vom "Millennium", das 1999 nur knapp gegen die schwarz-rot-blau-grünen "Sondierungsgespräche" unterlegen war.
Es sind Schlaglichter unserer Zeit, die meist ebenso schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind. Was man von den Politiker(innen), die meist die eigentlichen Urheber der (Un-)Worte sind, leider nicht behaupten kann. Deshalb werden wir Hackler auch noch lange auf die versprochenen Regelungen warten und bis dahin versuchen müssen, wenigstens den Besitzstand zu wahren.

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