AUVA lässt Außendienst-MitarbeiterInnen im Eisregen stehen

Die Arbeitgeber-Kurie des AUVA-Verwaltungsausschusses lehnt ein von der GPA initiiertes und von ppm Linz eingebrachtes Untersuchungsprojekt zur Reduktion des Unfallrisikos im Außendienst ab

Wien (GPA/ÖGB). "Ich erwarte mir von dem in der Startphase stehenden Projekt, das die Arbeitsbedingungen der Beschäftigen im Außendienst erstmals wissenschaftlich erhebt, wichtige Impulse zur nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einem Beschäftigungsfeld, das immer mehr an Bedeutung gewinnt", hatte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, auf der ersten Österreich-weiten Betriebsrätekonferenz der MitarbeiterInnen im Außendienst in St. Valentin am 18. November 2003 betont und sich zugleich an die Sozialpartner gewandt, dieses Projekt entsprechend dem gesetzlichen Auftrag der AUVA zu beschließen und dementsprechend budgetär zu unterstützen.++++

Die GPA-Interessengemeinschaft work@external, in der mehr als 800 AußendienstmitarbeiterInnen und Beschäftigte mobiler Dienste branchenübergreifend organisiert sind, hat gemeinsam mit dem Linzer Institut "ppm Forschung und Beratung" eine Reihe von Vorarbeiten durchgeführt bzw. in die Wege geleitet. Laut ersten Ergebnissen der quantitativen Untersuchung wird österreichweit die Zahl der MitarbeiterInnen im Außendienst der privaten Wirtschaft und Dienstleistung in Betrieben über 100 Beschäftigte auf über 50.000 geschätzt, Tendenz steigend.

"AußendienstmitarbeiterInnen verbringen Tausende von Stunden im Verkehr und sind in der Regel wenig bis überhaupt nicht ins betriebliche Geschehen eingebunden. Dadurch sind die Kolleginnen und Kollegen zwar weniger Kontrolle ausgesetzt, ihre Arbeitsbedingungen sind aber auch mit einer Vielzahl von Problemen verbunden. Mangelnde soziale Einbindung macht die Interessendurchsetzung um einiges schwieriger. Diese Arbeit bedeutet aber auch eine enorm große physische und psychische Belastung. Die Tausenden Kilometer, die man allein im Auto verbringt, wirken sich auf die Psyche und früher oder später auf den Stütz- und Bewegungsapparat negativ aus", so Sallmutter.

Dass angesichts dieser Probleme und der tendenziell steigenden Bedeutung des Außendienstes im Wirtschaftsleben diese erste wissenschaftliche Untersuchung von der AUVA, bei der dieses Projekt eingereicht wurde, abgelehnt worden ist, ist mehrfach völlig unverständlich und inakzeptabel. Gerade die erhöhte Unfallhäufigkeit und die Schwere von Unfällen von Außendienstmitarbeitern würde wichtige Schlussfolgerungen in Richtung Unfallprävention bringen. Unfallprävention durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist erklärtes Ziel der Sozialpartner. Dennoch wurde die positive Beschlussfassung dieses Projekts von den Arbeitgebervertretern verhindert. Dies steht nicht nur in krassem Widerspruch zu den Sonntagsreden über den Vorrang der Unfallprävention, sondern auch zu den Bemühungen der Europäischen Union, durch verstärkte wissenschaftliche Forschung Unfallrisiken zu reduzieren und damit auch die Belastungen der Unternehmen durch Krankenstände zu vermindern. Die Gewerkschaft wird jedenfalls den gesellschaftlichen Stellenwert der Außendienstmitarbeiter weiterhin in den Vordergrund stellen und einen Weg finden, ihre Arbeitsbedingungen zu untersuchen und nachhaltig zu verbessern.

ÖGB, 17. Dezember 2003
Nr. 1038

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