Wirtschaftswachstum im III. Quartal 0,8% gegenüber dem Vorjahr und 0,3% gegenüber dem Vorquartal

Wien (WIFO) - Nach einer Erhöhung des realen BIP von 0,7% im II. Quartal betrug das Wirtschaftswachstum im III. Quartal im Vorjahresvergleich 0,8%. Bereinigt um Saison- und Arbeitstagseffekte wuchs die gesamtwirtschaftliche Produktion gegenüber dem Vorquartal neuerlich um 0,3%. Abermals kamen die Hauptimpulse von der deutlichen Erholung der Nachfrage nach Investitionsgütern: Nach einem Rückgang seit 2001 bestand hier hoher Nachholbedarf; zudem wurden die Konjunkturbelebungsmaßnahmen der Regierung wirksam. Konsum und Auslandsnachfrage zeigten wenig Dynamik.

Die Konjunkturschwäche hielt in Österreich im III. Quartal 2003 an. Bereinigt um Saison- und Arbeitstagseffekte verstärkte sich die Dynamik nicht, wie im Vorquartal erreichte das Wirtschaftswachstum 0,3% gegenüber der Vorperiode.

Die aktuellen Konjunkturinformationen sind seit einigen Monaten mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, da die von Statistik Austria veröffentlichte Konjunkturerhebung lediglich bis Mai reicht. Der Konjunkturtest des WIFO liefert derzeit eine vorläufige Datengrundlage.

Im III. Quartal ging der Hauptimpuls des Wirtschaftswachstums neuerlich von den Investitionen aus: Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen gegenüber dem Vorjahr real um 2,7%, nachdem sie bereits im Vorquartal um 3,3% zugenommen hatten. Besonders kräftig wurden mit +7,7% die Fahrzeuginvestitionen ausgeweitet. Die Investitionen in Maschinen und Elektrogeräte stiegen zum zweiten Mal in Folge (real +2,5%). Die Bauinvestitionen belebten sich weiter, im Wohnbau erreichte die Rate real +1,8%, im Nichtwohnbau +1,5%.

Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Konsumgütern wuchs im III. Quartal 2003 mit real +0,2% im Vorjahresvergleich nur schwach. Der öffentliche Konsum erhöhte sich nur mäßig (+0,6% gegenüber dem Vorjahr), anhaltende Sparbemühungen im öffentlichen Bereich lassen diese Nachfragekomponente nur wenig expandieren.

Hatte die österreichische Exportwirtschaft 2002 trotz der ungünstigen internationalen Konjunkturlage noch relativ kräftige Zuwächse erzielt, so zeigt sich heuer eine deutliche Verlangsamung des Wachstums. Die Gesamtexporte nahmen im III. Quartal real um nur 1,1% zu, nach -1,7% im Vorquartal. Die Schwäche betraf sowohl die Güter- als auch die Dienstleistungsausfuhr mit Ausnahme des Reiseverkehrs - hier stieg der Export real um 3,5%.

Die Belebung der Ausrüstungsinvestitionen schlug sich auch in einer Zunahme der Importnachfrage nieder. Die Einfuhr von Gütern wuchs im III. Quartal real um 2,9%. Seit Jahresanfang beträgt der kumulierte Zuwachs real 2,5%; er liegt damit um 1 Prozentpunkt über jenem der kumulierten Güterausfuhr (real +1,5%). Daraus resultiert eine Belastung der Handelsbilanz. Die Gesamteinfuhr stagnierte im III. Quartal (+0,1%), da die Dienstleistungsimporte real um 4,9% abnahmen. Auch die in dieser Position enthaltene Reiseverkehrseinfuhr verringerte sich (real -1,3%).

Auf der Entstehungsseite ist im III. Quartal nur für das Energiewesen ein kräftiger Zuwachs der realen Wertschöpfung zu verzeichnen (+3%). Ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr ergab sich für die Land- und Forstwirtschaft (real -8,1%), eine leichte Abnahme im Banken- und Versicherungswesen (-0,3%) und in der öffentlichen Verwaltung (-0,2%). Die Sachgütererzeugung produzierte - nach einer deutlichen Abnahme um real 2% im 1. Halbjahr - im III. Quartal um 1,3% mehr als im Vorjahr.

Übersicht 1: Ergebnisse der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/presse)

Abbildung 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/presse)

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Mag. Marcus Scheiblecker
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