Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie: Aus Fehlern nicht klug! Salzburger Gebietskrankenkasse beharrt auf einem unhaltbaren Vertrag für "Psychotherapie auf Krankenschein".

Wien (OTS) - Der Kontrollausschuss der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) hat gestern am Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) und seinem Salzburger Landesverband (SLP) vorbei einem höchst bedenklichen, möglicherweise rechtswidrigen Vertrag für "Psychotherapie auf Krankenschein" zugestimmt. Weder ein abschlägiger Bescheid seitens des BMGF (BM Rauch-Kallat) für einen ähnlich konzipierten Vertrag der SGKK vor einigen Monaten, noch kritische Medienstimmen, noch ein gegenläufiger Beschluss des Sozialausschusses der Salzburger Arbeiterkammer, noch der nachhaltige Protest der Berufsgruppe selbst konnten die SGKK eines Besseren belehren.

In jenen Bundesländern, in denen es bereits derartige Alibi-Lösungen für "Psychotherapie auf Krankenschein" in Anlehnung an den Wiener Vertrag gibt, sind die unhaltbaren Mängel dieser von privaten Vereinen und Gesellschaften durchgeführten, kontingentierten Versorgung längst offenkundig:

- Die sensible Gesundheitsleistung Psychotherapie wird von den Krankenkassen am Berufsverband der PsychotherapeutInnen vorbei privaten Einrichtungen überantwortet. Unverantwortlicherweise wird damit die Qualitätskontrolle nicht sichergestellt.

- Die Krankenkasse übernimmt das Diktat in allen Psychotherapieagenden, indem sie die Verhandlungen mit der Interessenvertretung umgeht.

- Die Unterversorgung durch Kontingentierung von Psychotherapiestunden auf Krankenschein wird weit unter dem international anerkannten Bedarf festgeschrieben.

- Unhaltbare Ungleichbehandlung von Psychotherapie-PatientInnen:
Während ein kleiner Teil der Versicherten Psychotherapie auf Krankenschein (nach dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) ergattert, erhalten alle anderen weiterhin nur einen Zuschuss in der Höhe von Euro 21,80 und müssen den Löwenanteil für die Behandlung aus der eigenen Tasche bezahlen.

- Der Vertrag wird etwa zwei Drittel der berufsberechtigten PsychotherapeutInnen von der Verrechnung ausschließen. Seit Jahren bedrohen die Krankenkassen den jungen Gesundheitsberuf Psychotherapie durch eigenmächtig und willkürlich gesetzte Zugangsbarrieren, statt Psychotherapie als notwendige Krankenbehandlung durch entsprechende Leistungsabgeltung für PatientInnen zu verankern.

Der ÖBVP fordert:

  • Schluss mit allen Umgehungskonstruktionen und Billiglösungen im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung
  • Eindeutiges Bekenntnis zum Gesamtvertrag für Psychotherapie
  • Bis zum Abschluss eines Gesamtvertrages Erhöhung des Kostenzuschusses auf Euro 40,-

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Eva Mückstein, Vizepräsidentin des ÖBVP, Tel. 0676/6004676
Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
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