ÖFI-Filme: 1,6 Millionen mehr vom ORF

Literaturverfilmung mit Isabelle Huppert, Regiedebüt einer jungen Wienerin und vier Dokumentarfilme

Wien (OTS) - Nach Michael Hanekes erfolgreicher Elfriede-Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin" übernimmt der französische Weltstar Isabelle Huppert wieder eine Rolle in einer vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens mitfinanzierten internationalen Kinoproduktion: Dabei handelt es sich um Christophe Honorés moderne Filmadaption des Skandalromans "Ma mère" ("Meine Mutter") von Georges Bataille, in dem Huppert den Titelpart verkörpert. "Ma mère" ist eines von sechs neuen Kinoprojekten, die Ende November im Rahmen der 112. Sitzung der gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut zur Förderung beschlossen wurden. Darüber hinaus vereinbarte die Kommission, die seit 1981 über die Förderung heimischer Film(ko)produktionen entscheidet, die Unterstützung des Erstlingswerks der jungen Wienerin Eva Urthaler mit dem Titel "Keller", weiters die Mitfinanzierung der vier Dokumentarfilme: "Alle Jahre Fisch", "Welt / Spiegel / Kino", "Operation Spring" und "Phantom fremdes Wien". Die Gesamtsumme der beschlossenen Mitfinanzierung seitens des ORF beträgt rund 525.000 Euro. Insgesamt wurde das ORF-Budget für das Film/Fernseh-Abkommen um 1,6 Millionen Euro - von 4,36 Millionen Euro (2003) auf 5,9 Millionen Euro (2004) - aufgestockt.

Die Projekte im Detail

Der Spielfilm "Keller" ist das höchst ambitionierte Projekt der 1977 geborenen Wienerin Eva Urthaler, die sowohl das Drehbuch verfasste als auch zum ersten Mal Regie führen wird. Der Jugendfilm schildert die Entstehung und Ritualisierung jugendlicher Gewalt anhand der Probleme zweier pubertierender Burschen. Urthaler hat damit den "Step by Step"-Preis des Filmboards Berlin-Brandenburg für das beste Drehbuch gewonnen. Realisiert wird das Projekt als Koproduktion zwischen Österreich, Deutschland und Italien, Produzent ist die Novotny & Novotny Film.

Die Doku "Alle Jahre Fisch" beschäftigt sich mit drei Dorfgemeinschaften in verschiedenen Provinzen Chinas und zeigt, wie unterschiedlich diese auf die rasanten gesellschaftspolitischen Veränderungen im Land reagieren. Für Drehbuch und Regie zeichnen Ina Invanceanu und Elke Groen verantwortlich. Produzent ist Virgil Widrich Film, unterstützt von Amour Fou Film. Als Koproduzent fungiert die luxemburgische Minotaurus Film.

Der Filmemacher Gustav Deutsch beschäftigt sich in seiner Arbeit mit filmischen Reflexionen, mit Wahrnehmung von Bildern, mit der Frage "Was ist Film?". Mit der Doku "Welt / Spiegel / Kino" startet er einen weiteren Versuch, Antworten auf diese Frage zu finden. Loop Media produziert gemeinsam mit dem Nederlands filmmuseum.

Um eine unter dem Decknamen "Operation Spring" groß angelegte Polizeirazzia gegen Drogendealer in Wien dreht sich die gleichnamige Dokumentation und geht der Frage nach, ob und inwieweit die Angeklagten - nahezu ausnahmslos Schwarzafrikaner - eine Chance auf ein faires Verfahren hatten. Die Drehbuchautoren und Regisseure Tristan Sindelgruber und Angelika Schuster beleuchten Methoden, Anwendungen und Resultate dieser "Operation". Produziert wird von Schnittpunkt Film.

"Phantom fremdes Wien" ist der Titel einer Dokumentation der Fotografin und Filmemacherin Lisl Ponger, mit der diese eine filmische "Weltreise durch Wien" festhielt: Bereits vor zwölf Jahren erkundete Ponger mit einem Fotoapparat und einer 8-mm-Kamera ausgestattet rund 70 verschiedene in Wien ansässige Diaspora-Kulturen. Damals entstand der Fotoband "Fremdes Wien". Im Auftrag des Wien Museums, das ab 21. Jänner eine begleitende Ausstellung präsentiert, gestaltet Lisl Ponger den Essayfilm "Phantom Fremdes Wien", der die multikulturelle Recherche aus heutiger Sicht kommentiert. Der von Amour Fou Film hergestellte Dokumentarfilm ist voraussichtlich am Sonntag, dem 25. Jänner 2004, um 23.20 Uhr in ORF 2 zu sehen.

An "Ma mère" ist die Wiener Amour Fou Film beteiligt, die als Koproduzent von Filmen wie Virgil Widrichs "Fast Film" oder Ruth Maders "Struggle" internationale Erfolge feierte. Die Koproduktion zwischen Frankreich, Portugal, Spanien und Österreich ist ein radikaler Versuch von Drehbuchautor und Regisseur Christophe Honoré, George Batailles Skandalroman filmisch ins Heute zu verlagern. Die Geschichte schildert die inzestuöse Verbindung eines Sohnes zur eigenen Mutter. Die Rolle der Mutter Helène wird Isabelle Huppert übernehmen. Die Dreharbeiten sind für 2004 geplant.

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