1.100 Ärzte bei Protestversammlung an Wiener Uni

Bekenntnis zur Medizinweltstadt Wien gefordert - Kein Kassenabschluss zu Lasten von Patienten und Ärzteschaft

Wien (OTS) - Zur Zeit sind mehr als 1.000 Wiener KassenärztInnen
im Audimax der Wiener Universität versammelt, um gegen Novellierungen im Gesundheitswesen und Einschränkungen durch die Krankenkasse zu protestieren. Der Hintergrund: die Wiener Gebietskrankenkasse hat Ende Oktober den Gesamtvertrag mit der Wiener Ärztekammer gekündigt. Damit droht für 1.800 Wiener GKK-Kassenärzte sowie allen bei der WGKK versicherten Patienten ab 1. Jänner 2004 ein vertragsloser Zustand.

Ärztekammerpräsident Prim. Mr.Dr. Walter Dorner forderte in seinem Einleitungsstatement eine Gesundheitsreform ein, "die nicht von Technokraten, sondern von Experten aus dem Gesundheitswesen begleitet wird." Die Stimme der Ärzteschaft müsse gehört werden, denn sie sei es, die täglich am Krankenbett stehe und live miterlebe, "und nicht Politiker fernab von jeder medizinischen Realität". Dorner will von der Politik eine Garantie, dass von der Ärzteschaft auch zukünftig in Österreich Medizin nach State of the Art und ohne Rationierungen betrieben werden könne. Dafür sei die Bereitstellung finanzieller Mittel notwendig.

"Die derzeit laufenden Verhandlungen mit der Wiener Gebietskrankenkasse zeigen aber, dass die Politik, und hier vor allem der Hauptverband, eine beinharte Nivellierungspolitik auf Kosten der Patienten betreibt". Einmal forderte der Ärztechef auch die Einbeziehung eine Weltstadtfaktors ein, der auf die besonderen Bedürfnisse einer Millionenstadt mit Universitätskliniken Rücksicht nimmt.

Gerade diesen Weltstadtfaktor habe die WGKK in den bisherigen Verhandlungsrunden wenig akzeptiert, betonte auch der Obmann der Kurie niedergelassener Ärzte der Ärztekammer für Wien, Dr. Johannes Steinhart. "Man wird sehen, ob hier am kommenden Samstag Bewegung in die Verhandlungen kommt."

Ebenfalls werde die Ärztekammer nicht von ihrem Weg abgehen, nur ein Verhandlungsergebnis zu akzeptieren, das die Therapiefreiheit beim Arzt belasse und er Wiener Bevölkerung eine bestmögliche medizinische Versorgung garantiere. Es gehe nicht ausschließlich um die Honorargestaltung, sondern auch um die Identität des Arztberufs. "Wir sind die Anwälte der Patienten. Wir bekennen uns zur Ökonomie, aber nicht zu Rationierungen". Dies sei ein Bekenntnis, von dem die Ärzteschaft niemals abgehen werde, so Steinhart abschließend.

Die Veranstaltung wird noch bis ca. 23:00 Uhr dauern.

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0001