Thermische ReststoffVerwertung Niklasdorf in Betrieb

Größte Umwelt-Investition der Steiermark/55 Mio. Euro Kosten/Ca. 100.000 t Durchsatz

Niklasdorf (OTS) - In der obersteirischen Marktgemeinde Niklasdorf ist am Mittwoch (10. 12.) die Fertigstellung und Inbetriebnahme der TRV, der Thermischen ReststoffVerwertungs-Anlage der ENAGES (Energie-und Abfallverwertungs GesmbH.), begangen worden. Der Errichtungs-Aufwand von 55 Mio. Euro stellt die größte Umweltschutz-Investition in der Steiermark seit Menschengedenken dar.

Ab dem kommenden Jahr werden in der TRV ausschließlich ungefährliche Abfälle durch Verbrennung in einem Wirbelschichtkessel in Dampf und Strom für die angrenzende Papierfabrik Brigl & Bergmeister sowie Strom für das Steweag-Steg-Netz umgewandelt werden. Der sehr hohe Wirkungsgrad von mehr als 75 Prozent zeichnet die TRV ebenso aus wie besonders niedrige Emissionen. Durch die TRV Niklasdorf werden fossile, nicht erneuerbare, Energieträger ersetzt. Errichtet wurde die Anlage von Siemens Österreich als Generalunternehmer.

"Einerseits war die mit Jahresanfang 2004 wirksam werdende Deponieverordnung, der zufolge Abfälle nur mehr verbrannt oder behandelt deponiert werden dürfen, ausschlaggebend für die Investition in die thermische Reststoffverwertung, andererseits die mögliche Energieversorgung der Papierfabrik Brigl & Bergmeister hier in Niklasdorf", erläutert DI Dr. Michael Resch, der Technische Geschäftsführer der Enages. "Deshalb betreibt die TRV die intelligenteste Kombination von Abfallverwertung und Energiegewinnung", ergänzt Ing. Dr. Herbert Dittmann, der Kaufmännische Geschäftsführer der Enages.

"Die in 21monatiger Errichtungszeit errichtete TRV Niklasdorf ist auf die energetische Nutzung von jährlich knapp 100.000 Tonnen nicht gefährlicher Abfälle ausgelegt - von Fraktionen aus Gewerbe- und Hausmüllsortieranlagen und Rückständen aus Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBAs) über Klärschlämme, Baustellenabfälle und Althölzer bis zu Verpackungsmaterialien, Rückständen aus der Papierindustrie und der Altpapierverwertung. Damit wollen wir eine Prozessdampf-Liefermenge von ca. 200.000 Tonnen pro Jahr erreichen und eine Jahres-Stromliefermenge von rund 25 Gigawattstunden", erläutert Dittmann.

"Während in das Herzstück der TRV, die Wirbelschicht-Kesselanlage, in der die Abfälle bei rund 850 Grad verbrannt werden, wobei 400 Grad heißer Dampf mit ca. 45 bar produziert wird, rund ein Viertel der Gesamtinvestition von 55 Mio. Euro geflossen ist, war es in die Umweltschutz-Anlagen gleich ein Drittel", sagt Resch, "vor allem in die Abgas- und in die Abwasser-Reinigung. Das führt dazu, dass die TRV besonders niedrige Emissions-Grenzwerte erreicht und diese übrigens per Fernübertragung laufend an die Behörde übermittelt".

"Die Abgase werden zuerst im Gewebefilter mit mehr als 2.800 m2 Filterfläche trocken gereinigt, sodann werden die Rauchgase in der zweistufigen Wäsche nass gereinigt und schließlich noch im Katalysator entstickt, bevor sie in die 70 m hohen Kamine entlassen werden. Sämtliche Abwässer, die in der Abgasreinigung anfallen, werden in einer aufwändigen Abwasseraufbereitung gereinigt", erläutert der Technische Geschäftsführer Michael Resch.

Die Technischen Daten der TRV sind in der Tat beeindruckend: Auf einem von B & B gemieteten Grundstück wurden 4.300 m2 verbaut und 106.000 m3 umbaut, der 35 m hohe Gebäudekomplex besteht aus Anlieferhalle, Bunkeranlage, Kesselhaus und Bürotrakt. Zwei Bunker mit jeweils rund 5.000 m3 Fassungsvermögen, sowie der Klärschlammbunker sichern die Brennstoffversorgung für rund eine Woche, die Dampfturbine leistet 7,5 Megawatt. Die gesamte Anlage ist auf eine Jahresleistung von 8.000 Stunden ausgelegt.

Nicht weniger als 14.000 m3 Beton wurden verbaut und mit 1.250 t Stahl bewehrt. Insgesamt 17 Kameras überwachen sämtliche Abläufe und laufen mit unzähligen Messdaten in der zentralen Steuerwarte zusammen, wo sie rund um die Uhr beobachtet und ausgewertet werden. In der TRV Niklasdorf wurden 20 Arbeitsplätze neu geschaffen.

Gesellschafter der ENAGES sind die Energie Steiermark AG (ESTAG) mit 80 Prozent (über ihre Tochter AVG) und die UEG (Umwelt- und Entsorgungstechnik AG) sowie die GFG (Gemeindebetriebe Frohnleiten GesmbH.) mit je zehn Prozent.

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