ORF-Stiftungsrat genehmigt Finanzplan 2004

Ausbau des Leistungsumfangs und Stärkung des öffentlich-rechtlichen Profils - Fortsetzung des konsequenten Sparkurses

Wien (OTS) - Der ORF-Stiftungsrat hat am Mittwoch, dem 10.
Dezember 2003, den von Generaldirektorin Dr. Monika Lindner und dem Kaufmännischen Direktor Dr. Alexander Wrabetz vorgelegten Finanzplan 2004 mehrheitlich genehmigt.

Der Finanzplan 2004 sieht Erträge in der Höhe von 778,081 Mio. Euro und Aufwendungen in der Höhe von 778,022 Mio. Euro und somit ein ausgeglichenes Ergebnis vor.

Die wichtigsten Ziele sind die Erfüllung der gesetzlichen Aufträge und der Ausbau des Leistungsumfangs zur Stärkung des öffentlich-rechtlichen Profils bei gleichzeitiger Erreichung eines ausgeglichenen Ergebnisses. Auf Grund der schwachen Konjunkturprognosen muss der Sparkurs konsequent fortgesetzt werden. Mit den Mehreinnahmen durch die Entgeltanpassung - die erste seit der Valorisierung mit 1. Jänner 1998 - wird der Umfang der Leistungen ausgebaut. Dies betrifft vor allem die Bereiche Filmwirtschaft, Sport, Kultur, Digitalisierung, die unverschlüsselte Ausstrahlung von ORF 2 via Digitalsatellit, Gebärdensprache, Volksgruppenradios und Landesstudios.

Umfang der öffentlich-rechtlichen Leistungen erheblich ausgebaut

Filmwirtschaft
Das hohe Leistungsvolumen an die österreichische Filmwirtschaft wird um rund 13,8 Mio. Euro auf 85,8 Mio. Euro deutlich erhöht.

Sport
Highlights im Jahr 2004 sind die Olympischen Sommerspiele in Athen und die Fußball-Europameisterschaft in Portugal. Dazu kommt die Weiterführung der Übertragungen der Spiele der UEFA-Champions-League. Aber auch Randsportarten finden im Programm von TW1 eine attraktive Plattform.

Digitalisierung
Der Digitalisierung des Fernsehens und damit der technischen Zukunftssicherung des ORF wird u. a. mit dem Projektbetrieb für digital-terrestrisches Fernsehen in Graz, mit der digitalen Langzeitsicherung des Archivs, der Digitalisierung der Studiotechnik und dem Projekt Interaktives Fernsehen in Linz Rechnung getragen.

Erweiterte Kulturberichterstattung
Die erweiterte Kulturberichterstattung des ORF umfasst u. a. die neue Magazinsendung "Kulturuniversum", Live-Übertragungen von Kulturereignissen, die Weiterentwicklung des Radio Symphonieorchesters Wien (RSO Wien), des Kultursenders Ö1 sowie des vorwiegend fremdsprachigen Jugendkultursenders FM4.

Unverschlüsselte Ausstrahlung von ORF 2 via Digitalsatellit
Mit diesem Projekt wird der Export österreichischer Themen nach Europa intensiviert.

Ausbau der Gebärdensprache
Im Rahmen von ORF 2 via Digitalsatellit wird die "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr in Gebärdensprache angeboten werden.

Ausbau des Volksgruppenradio-Angebots
Geplant ist, dass der ORF im kommenden Jahr in Erfüllung seiner besonderen Aufträge dem slowenischen Volksgruppensender Radio dva täglich acht Programmstunden auf eigene Kosten selbst gestaltetes Programm zuliefern soll, eine ähnliche Kooperation ist im Burgenland geplant. Ab Jänner 2004 plant der ORF eine neue Sendeleiste in Radio 1476 für die tschechische und slowakische Volksgruppe. Auch das Angebot in Romani soll erweitert werden.

Stärkung der Landesstudios durch Projekte im On-Air-, aber auch im Off-Air-Bereich.

Erträge: Werbung und Programmentgelte weiterhin tragende Säulen der ORF-Finanzierung

Im Gegensatz zu anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die sich vorwiegend bis ausschließlich durch Gebühren finanzieren, muss der ORF einen erheblichen Teil seines Budgets durch Werbeeinnahmen verdienen. Von den im Finanzplan 2004 enthaltenen Erträgen in der Höhe von 778,1 Mio. Euro - das ist ein Plus von 33,1 Mio. Euro gegenüber dem Finanzplan 2003 - entfallen 423,0 Mio. Euro oder 54,4 Prozent auf Programmentgelte und 304 Mio. Euro oder 39,1 Prozent auf Werbeeinnahmen. Bei der Prognose der Werbeeinnahmen wird von einer sich nur langsam erholenden Konjunktur (WIFO-Herbstprognose: +1,4 Prozent) und einer verstärkten Konkurrenz insbesondere durch die Werbefenster deutscher Privatfernsehsender ausgegangen. Die schwache Konjunktur wirkt sich durch deutlich mehr Gebührenbefreiungen und eine schlechtere Zahlungsmoral auch beim Programmentgelt aus.

Mit der im Juni 2003 vom Stiftungsrat beschlossenen und danach vom Publikumsrat genehmigten Anpassung des Programmentgelts wird ab 1. Jänner 2004 das Radioentgelt von 3,89 Euro um 0,32 Euro bzw. 8,2 Prozent auf 4,21 Euro pro Monat, das Kombientgelt von 14,03 Euro um 1,15 Euro oder 8,2 Prozent auf 15,18 Euro pro Monat erhöht. Dazu kommen noch Rundfunkgebühren, Landesabgaben in unterschiedlicher Höhe und der Kunstförderungsbeitrag. Von den jährlichen Gesamtzahlungen der Teilnehmer verbleiben dem ORF durchschnittlich nur 63,5 Prozent des Radioentgelts und 66,8 Prozent des Kombientgelts.

Aufwendungen: Strikter Sparkurs zu Gunsten des Programms

Für das Budgetjahr 2004 wird mit Aufwendungen in der Höhe von insgesamt 778,081 Mio. Euro gerechnet. Die Budgets der programmproduzierenden Bereiche - also der Informationsdirektion, der Programmdirektion, der Hörfunkdirektion, der Direktion für Online und Neue Medien und der Landesdirektionen - werden erhöht. Die Budgets der Technischen Direktion, der Kaufmännischen Direktion und der Generaldirektion werden gesenkt. Der strikte Sparkurs wird weiter verfolgt.

Durch die Anstellung bisheriger freier Mitarbeiter erhöht sich der Stellenplan von 2.555 angestellten Dienstnehmern im Jahr 2003 auf 3.773 Dienstnehmer im Jahr 2004. Der personalbezogene Gesamtaufwand bleibt dabei gegenüber 2002 beinahe unverändert.

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