Frieren am Tag der Menschenrechte

Auch am Tag der Menschenrechte frieren Asylwerber, auch an diesem Tag gibt es viel zu wenig Plätze

Wien (OTS) - Die schutzsuchenden Menschen wissen nichts vom Tag
der Menschenrechte, und wenn sie es wüssten was hätten sie davon ? Sie haben ihre Heimat verlassen, weil sie bedroht wurden, weil die Menschenrechte nicht eingehalten wurden. Nun sind sie, nach teils traumatischen Fluchterlebnissen, in Österreich angekommen. Die erste Erfahrung die sie machen ist es, obdachlos zu sein. Das Menschenrecht auf Obdach, auf Nahrung und Kleidung wird ihnen genommen, sie können nichts dagegen tun. Und wir ?

Was können wir noch tun ? Die Notquartiere sind voll, die Kassen leer, die Mit-arbeiterInnen ausgebrannt und mit den Nerven am Ende.

Wohlmeinende Presseaussendungen zum Tag der Menschenrechte -selbst das fällt mittlerweile schwer. Angesichts der Schicksale von Menschen und einem System, das sie zu Nummern und budgetären Rechengrößen macht. Hunderte Schicksale von Menschen, die Asyl erhalten werden und von solchen, die nicht Asyl bekommen werden - die Obdachlosigkeit haben sie ebenso gemeinsam wie ihre unteilbaren Menschenrechte. Angesichts dieser Situation muss die Frage gestellt werden, ob diese Rechte das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen ?

Für die in der Kälte auf einen Notquartierplatz wartenden Betroffenen ist es heute, am Tag der Menschenrechte, so kalt wie an allen anderen Tagen. Auch bei den HelferInnen werden die Zweifel stärker. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Europäische Menschenrechtskonvention - wichtige Papiere mit hehrem Inhalt. Aber die Realität, auch in Österreich, schaut anders aus.

Bleibt die Frage, ob es sich noch lohnt, dafür zu kämpfen, jeden Tag, allen Misserfolgen und Widrigkeiten zum Trotz ? Wir halten daran fest, so schwer es auch sein mag, soviel Kraft es auch kostet:
Wir - die "Gutmenschen" in diesem Land - wollen nicht, dass Menschen auf der Straße stehen, erfrieren, verhungern und die Menschenrechte wirklich nur mehr auf dem Papier existieren.

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Erwin Berger
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