Strache: Ladenöffnungszeiten: Strafzahlungs-Idee des Einkaufsstraßen-Managers als Offenbarungseid

Strafzahlungen für Geschäftsleute bei "Verstoß" gegen unsinnige Ladenöffnungszeiten sind strikt abzulehnen

Wien, 10.12.03 (fpd) - Scharfe Kritik am Einkaufsstraßen-Manager der Wiener Wirtschaftskammer Helmut Mondschein übte heute der stellvertretende Landesparteiobmann der Wiener Freiheitlichen Heinz-Christian Strache. Laut einer Zeitungsmeldung meint dieser, dass Strafzahlungen für Geschäftsleute in Wiener Einkaufsstraßen, die sich nicht an die neuen Wiener Ladenöffnungszeiten halten, "vielleicht gar nicht schlecht wären", machte Strache aufmerksam.

Es sei ein Armutszeugnis für den ansonsten äußerst unauffällig agierenden Wirtschaftskämmerer, dass er den kleinen und mittleren Wirtschaftstreibenden in den Geschäftsstraßen, deren Großteil über die neuen Wiener Ladenöffnungszeiten unglücklich ist, quasi finanziell das Messer ansetzt. Anstatt sich mit den betroffenen Geschäftsleuten an einen Tisch zu setzen und eine sinnvolle Lösung herbeizuführen, werde massiv Druck ausgeübt, kritisierte Strache.

Ähnlichen Druck hatten auch viele Geschäftsleuten verspürt, die in den vergangenen Wochen eine vom City-Wirtschaftstreibenden Hannes Maly initiierte Unterschriftenliste gegen die unrentablen und familienfeindlichen Öffnungszeiten unterstützt hatten. Wenn das die Gangart der Wirtschaftskammer gegenüber ihren Mitgliedern sei, so habe sie spätestens jetzt ihre Vertretungskompetenz für die Wiener Wirtschaftstreibenden verloren, kommentierte Strache.

Die Strafzahlungen könnten, wenn sie nach dem Muster etwa eines innerstädtischen Einkaufszentrums, das eine solche Praxis bereits verfolgt, aufgebaut würden, eine Höhe von 468 Euro pro "nicht geöffneter" Stunde an einem langem Einkaufsabend erreichen. Wenn ein Geschäft um 18 Uhr sperrt, weil der Umsatz danach die Arbeitskosten bei weitem unterschreitet und Müttern mehr Zeit mit ihren Kindern gegönnt wird, so müsse der Besitzer mehr als 1.400 Euro abliefern.

Bei zwei langen Einkaufstagen mache das 2.800 Euro in der Woche. Im Monat seien dann über 10.000 Euro quasi als "Schutzgeld" locker zu machen. Es sei ein Irrsinn, dass die Wirtschaftskammer über eine solche Zwangsmaßnahme überhaupt nachdenkt. Will man die kleinen und mittleren Wirtschaftstreibenden vorsätzlich in den Ruin treiben, fragt sich Strache hier zu Recht.

Der Einkaufsstraßen-Manager sei nach dieser Aussage überreif für den Rücktritt. Wirtschaftskammer-Präsident Nettig hingegen solle das Angebot der Geschäftstreibenden, einen neuen Vorschlag für sinnvolle Wiener Ladenöffnungszeiten für Verhandlungen mit dem Landeshauptmann auszuarbeiten, unverzüglich annehmen, forderte Strache abschließend. (Schluß) am

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