Vor dem Skifahren Körper trimmen!

"Sicher Leben":42.800 verletzte SkifahrerInnen 2002. Verletzungen aufgrund schlecht gewarteter Skibindungen und fehlender Fitness

Wien (OTS) - Skifahren ist eines der liebsten Freizeitvergnügen
der Österreicher. Während so manche ihrem Hobby nur in Hauspatschen vor dem Fernseher nachgehen, gehört für einen Großteil der skibegeisterten Nation das gemütliche Schwingen oder rasante Abfahren auf der Piste in der verschneiten Jahreszeit unbedingt dazu. Der Wehrmutstropfen: Jedes Jahr gibt es zahlreiche Verletzte auf Österreichs Pisten. Im Jahr 2002 mussten 42.800 SkifahrerInnen nach einem Unfall auf der Piste im Krankenhaus behandelt werden. (Quelle:
Institut "Sicher Leben" i.A. v. BMGF und BMSG sowie EK DG SANCO, Freizeitunfallstatistik 2002). "Häufig sind mangelnde Kondition und eine schlecht gewartete Skiausrüstung verantwortlich für Unfälle auf

der Piste", bemerkt "Sicher Leben"-Leiter Dr. Rupert Kisser.

Jede vierte Verletzung betrifft das Knie

Die unteren Extremitäten sind mit 46 Prozent beim Skilauf die am häufigsten von Verletzungen betroffenen Körperteile. 28 Prozent aller Verletzungen insgesamt betreffen das Knie. Somit ist das Knie das am häufigsten verletzte Körperteil beim alpinen Skilauf. Auch Kopfverletzungen sind häufig: Jeder zehnte im Krankenhaus behandelte Skiunfallpatient muss nach einer Kopfverletzungen ärztlich versorgt werden. Im Jahr 2002 waren die am häufigsten im Spital behandelten Verletzungen nach Skiunfällen Knochenbrüche (37%) gefolgt von Sehnen und Muskelverletzungen (25%) sowie Prellungen (12%).

Skigymnastik zwei Monate vor Skisaison

Als Vorbereitung auf die Wintersaison soll man dem eigenen Körper zusätzliche Trainingseinheiten gönnen um die Fitness und die Kondition zu steigern. Skifahren beansprucht Muskeln, Bänder und Gelenke. Es stellt Anforderungen an das Gleichgewichtsgefühl und die Beweglichkeit des Körpers. Kisser rät zu kontinuierlichem Konditionsaufbau: "Die beste Vorbereitung ist regelmäßige Sportausübung während des ganzen Jahres. Ergänzend soll der Körper gezielt auf die Skisaison vorbereitet werden. Dafür sind zumindest zwei Monate zu veranschlagen. Für einen Winterurlaub im Februar heißt es also jetzt zu starten! Besonders wichtig ist dabei die Kräftigung der Oberschenkel- und Rückenmuskulatur. Die Ausdauer kann zusätzlich zum Beispiel mit Radfahren, Joggen oder Nordic Walking trainiert werden."

Jede/r zweite mit falsch eingestellter Skibindung unterwegs

Die Skibindung ist immer nur so gut wie ihre Einstellung. Die jährliche Kontrolle mit Hilfe eines geeichten Prüfgeräts gewährleistet optimales Funktionieren. Tatsächlich ist aber jeder zweite Skifahrer mit einer nicht richtig eingestellten Bindung unterwegs. Rund 20 Prozent der Skiverletzungen sind darauf zurückzuführen. "Das muss nicht sein", bemerkt Kisser: "Ein Großteil der Skiverletzungen ist zu vermeiden wenn - um verhältnismäßig wenig Geld - eine ordentliche Bindungseinstellung beim Sporthändler durchgeführt wird. Bestehen Sie dabei aber auf die Verwendung eines geeichten elektronischen Prüfgerätes! Dafür erhalten Sie das goldene Prüfsiegel. Falls die Bindungsüberprüfung mechanisch mit Hilfe einer Tabelle erfolgt, gibt es das silberne Prüfsiegel. Dieses bietet aber deutlich weniger Sicherheit." Auch heuer hat das Institut "Sicher Leben" gemeinsam mit dem VSSÖ (Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs) wieder die Prüfaktion für Skibindungen gestartet.

Skiausrüstung: Bei Kindern nicht sparen!

Vor allem bei Kindern ist eine ordentliche Ausrüstung wichtig: Ski und Skischuhe müssen in Ordnung sein und passen: Größe, Gewicht und Können des Kindes müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Kisser warnt vor allzu eifrigem Sparen: "Gerade bei Kindern wird leider häufig gespart. Da werden Erbstücke mit stumpfen Kanten und falscher Größe eingesetzt oder zu große Skischuhe mit mehreren Socken ausgepolstert. Die Funktionsweise der Bindung wird meist nicht berücksichtigt und erst recht nicht mit einem geeichten Gerät geprüft. Bevor man Kindern ein veraltetes Sportgerät zumutet, sollte die Skiausrüstung lieber ausgeliehen werden", meint Kisser. Zusätzlich wird unbedingt ein Skihelm empfohlen.

"Sicher Leben" - Tipps für ein sicheres Skivergnügen

  • Skibindung: Bindungen müssen individuell auf Geschlecht, Körpergröße, Alter, Gewicht, Schuhsohlenlänge und Können des Skifahrers abgestimmt sein, um zum richtigen Zeitpunkt auszulösen. Der optimale Auslösewert kann nur durch ein geeichtes Prüfgerät festgestellt werden. Jährliche Bindungskontrollen sind daher kein Luxus, sondern notwendig. Ein entsprechendes Skiservice gehört zu einem Muss vor jedem Winterurlaub. Geschliffene Kanten und die präparierte Lauffläche eines Skis ermöglichen kontrolliertes Fahren und vermindern die Sturzgefahr.
  • Kondition: Der Körper sollte rechtzeitig auf die Skisaison vorbereitet werden
  • Helm: Kinder sollten mit einem gut passenden Skihelm ausgerüstet sein.
  • Brille/Kontaktlinsen: Tragen Sie auch beim Skifahren die erforderliche Sehhilfe. Das Nichttragen kann unter Umständen Auswirkungen auf das Unfallgeschehen haben.

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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