Rieder: Kardiologenkongress mit Rekordergebnis

Rund 29.000 Teilnehmer, 70 Millionen Gesamtumsatz, 140.000 Nächtigungen

Wien (OTS) - "Der Europäische Kardiologenkongress, der vom 30. August bis 3. September 2003 in Wien stattgefunden hat, brachte ein Rekordergebnis : 28.917 Teilnehmer, ein inlandswirksamer Gesamtumsatz von 70 Millionen Euro, 140.000 Nächtigungen, davon 120.365 in Wien, und ein Veranstalter, der mit der Stadt Wien als Kongressstadt ausgezeichnete Erfahrungen gemacht hat", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder beim heutigen Bürgermeister-Mediengespräch. "Die zeitgerechte Investition von 192 Millionen Euro in das neue Messe- und Kongresszentrum hat sich gelohnt. Die Neue Messe Wien hat ihre Feuertaufe als Veranstaltungsort für Großkongresse ausgezeichnet bestanden und damit beste Voraussetzungen geschaffen, weitere Veranstaltungen mit ähnlich positiven wirtschaftlichen Auswirkungen an Land zu ziehen", so Rieder weiter.

Rieder präsentierte die erfolgreiche Bilanz des größten jemals in Europa durchgeführten Kongresses gemeinsam mit Tourismusdirektor Mag. Karl Seitlinger. Christian Mutschlechner, Leiter des Convention Bureau der Wien Tourismus und Dr. Martina Hochreiner, die mit der Durchführung der begleitenden Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kongresses beauftragt war, waren ebenfalls beim Mediengespräch anwesend. Hochreiners Studie basiert auf der persönlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von Kongress-Teilnehmern und Ausstellern mittels Fragebogen.****

Wirtschaftlicher Erfolg: 80,6 Millionen Euro als Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt

"Der inlandwirksame Gesamtumsatz, den der Kongress direkt auslöste, liegt bei 70 Millionen Euro. Der Beitrag des Kongresses zum österreichischen Bruttoinlandsprodukt ist mit 80,6 Millionen Euro sogar noch höher. Denn in diesem Betrag sind auch jene Ausgaben enthalten, die im Vorfeld des Kongresses getätigt wurden, zum Beispiel Ausgaben für Baugewerbe, Banken oder Versicherungen. Mit dem Kongress verbunden waren 21,8 Millionen Euro an Steuergeldern für Österreich. Davon erhält die Stadt Wien 4,1 Millionen Euro. Pro Tag hat der durchschnittliche Kardiologenkongressteilnehmer 386 Euro ausgegeben. Zum Vergleich, bei Urlaubstouristen sind es lediglich 170 Euro" so Rieder weiter.

"Abgesehen vom wirtschaftlichen Erfolg für die Stadt Wien kommt noch die beachtliche internationale Reputation hinzu, die mit der erfolgreichen Abwicklung des Kongresses verbunden ist. Wien wird damit seine Position auf Platz 4 der erfolgreichsten Kongressmetropolen der Welt auch künftig gut behaupten und ausbauen können", zeigt Wiens Tourismusdirektor Mag. Karl
Seitlinger überzeugt.

Der Kongresstourismus ist ein wesentlicher Faktor, um - gemäß dem neuen Tourismuskonzept Wien 2010 - die Anzahl der Nächtigungen von derzeit 7,7 Millionen auf 10 Millionen bis zum Jahr 2010 zu steigern. Deshalb verstärkt Wien-Tourismus seinen Einsatz im Kongressmarketing mit zusätzlichen Mitarbeitern und mehr Investitionen in den Bereichen Werbemittel und Internet. Schon heute tragen Kongresse, Firmentagungen und Incentive-Reisen zu Wiens jährlichem Nächtigungsvolumen mit 9,3 Prozent bei. Im Vorjahr brachten diese Veranstaltungen einen Gesamtumsatz von 273 Millionen Euro.

386 Euro pro Tag und Kongressteilnehmer

Die durchschnittlichen Tagesausgaben pro Kongress-Teilnehmer lagen bei 386 Euro (bei Urlaubstouristen sind es rund 170 Euro). Davon wurden 29 % für die Nächtigungen aufgewendet, 18 % für die Kongressgebühr und 15 % für (inlandswirksame) Reisekosten. Je 11 % verbrauchten die Teilnehmer für Shopping und Gastronomie, 6 % für den innerstädtischen Verkehr, 5 % für Telekommunikation und ebensoviel für Kulturaktivitäten.

Von den 70 Millionen Euro Gesamtumsatz an inlandwirksamen Ausgaben der Kongressteilnehmer entfielen 69 % auf persönliche Ausgaben, wie Nächtigung, Gastronomie, An- und Abreise, Freizeitaktivitäten etc., 31 % waren Ausgaben des Veranstalters und der Aussteller für Miete, Stände, Personal und dergleichen. Rechnet man die inlands- und auslandswirksamen Ausgaben der Teilnehmer, Begleitpersonen, Journalisten und Aussteller sowie des Veranstalters zusammen, sind die Gesamtausgaben der Kongressteilnehmer noch deutlich höher.

21,8 Mio. Euro Steuereinnahmen für Österreich, davon 4,1 Mio. für Wien

Die Studie Hochreiners weist auch den Beitrag des Kongresses zum österreichischen Bruttoinlandsprodukt aus, der sich auf 80,6 Millionen Euro beläuft. Hier sind auch sekundäre bzw. indirekte Ausgaben für vorgelagerte Produzenten und Dienstleister (z.B. Baugewerbe, Nahrungsmittelindustrie, Banken, Versicherungen u.a.) inkludiert. Pro Teilnehmernächtigung ergibt dies mit 572 Euro einen Betrag, der weit über dem durchschnittlichen Vergleichswert von Wiens internationalen Kongressen liegt (2002 waren es 389 Euro). Das ist auf die besondere Struktur des Kardiologenkongresses zurückzuführen:
Er zieht extrem viele Aussteller an, und die besonders großzügigen Sponsoringaktivitäten von Pharmafirmen schlagen zusätzlich stark zu Buche.

An Steuereinnahmen brachte der Kongress 21,8 Millionen Euro. Davon entfallen 13,5 Millionen Euro auf den Bund und 8,3 Millionen Euro auf Bundesländer (4,5 Mio.) und Gemeinden (3,8 Mio). Die Kongressdestination Wien erhält von diesen Steuereinnahmen 4,1 Millionen Euro.

Wiener Hotellerie total ausgebucht, stärkste Freizeitbeschäftigung Shopping

Aus exakt 130 Ländern waren die Teilnehmer zum Europäischen Kardiologenkongress angereist, die meisten aus Deutschland, gefolgt von Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und den USA. Die Veranstaltung hat insgesamt 140. 820 Nächtigungen bewirkt. 120.365 Nächtigungen davon - das sind 85 % - entfielen auf Wien. Denn die Wiener Hotellerie mit ihren rund 40.000 Betten konnte gar nicht alle Teilnehmer aufnehmen. 13 % der Teilnehmer mussten nach Niederösterreich und ins Burgenland ausweichen, 2 % sogar ins Ausland.

Bei der Unterkunftswahl wurden zu 89 % Hotels bevorzugt, nur 7 % der Nächtigungen fielen in Pensionen an und 4 % in Privatquartieren. Entsprechend der Wiener Hotelinfrastruktur übernachteten 54 % der Kongressteilnehmer im
4-Sterne Hotel, je 20 % im 5- bzw. 3-Sterne-Hotel. Laut Seitlinger war der Ansturm so groß, dass diesmal sogar die 2- und 1-Stern-Hotellerie Teilnehmer eines internationalen Kongresses beherbergt hat.

Die Gäste des 5-tägigen Kongresses blieben durchschnittlich 5,5 Tage und verbrachten ihre Freizeit am liebsten mit Shopping (39 %). Am häufigsten gekauft wurden Souvenirs (53 %), Bücher und Zeitschriften (22 %), Textilien und Schuhe (18 %) sowie Spielzeug (13 %). Knapp nach dem Einkaufsvergnügen lag der Museumsbesuch (38 %), danach Sightseeing (23 %), Stadtbummel
(22 %), Konzerte (18 %) und Einkehr beim Heurigen (15 %).

Auch der Eindruck, den die Besucher anlässlich des Kardiologenkongresses von Wien gewannen, wurde in der Studie erfragt. Und der ist äußerst erfreulich: 73 % bezeichneten ihn als sehr gut, 26 % als gut, nur 1 % fanden ihn weniger gut.

Aktivposten in der Wiener Kongress-Leistungsbilanz

Die erfolgreiche Veranstaltung des Europäischen Kardiologenkongresses 2003 in Wien ist ein erstklassiger Aktivposten in Wiens Kongress-Leistungsbilanz: Der Leiter des Convention Bureau im Wien Tourismus, Christian Mutschlechner, erhielt höchste positive Resonanz von der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft: Sie verzeichnete ihren bisher stärksten Kongress, sowohl nach Teilnehmern, als auch nach Ausstellern und Journalisten. Das Reed Messe Wien Congress Center wurde als Austragungsort hoch gelobt, desgleichen die Leistung und die gesamte organisatorische Abwicklung dieses Mega-Events durch Mondial Reisen. Das alles ist im internationalen Kongresswesen nicht unbemerkt geblieben und wird sich bei der Akquisition von Großkongressen künftig entsprechend auswirken. Außerdem kann sich Wien mit dieser Performance mit berechtigten Hoffnungen erneut um den Europäischen Kardiologenkongress, der immerhin Europas größte Kongressveranstaltung ist, bewerben.

Wien verstärkt sein Kongressmarketing

Um mehr Geschäftstourismus anzuziehen, und der Kongresstourismus ist ein wesentlicher Teil davon, erhöht der Wien-Tourismus seinen Einsatz im Kongressmarketing: von zusätzlichen Mitarbeitern bis zu Investitionen in den Bereichen Werbemittel und Internet.

Im kürzlich veröffentlichten Tourismuskonzept Wien 2010, dessen Ziel die Steigerung der jährlichen Nächtigungen von derzeit 7,7 Millionen auf 10 Millionen bis 2010 ist, kommt dem Ausbau des Geschäftstourismus hohe Bedeutung zu. Der Kongresstourismus als Teil davon soll daher noch mehr forciert werden. Das Kongressbüro des Wien-Tourismus (Vienna Convention Bureau) akquiriert weltweit Kongresse, Firmentagungen und Incentive-Reisen für Wien und berät Veranstalter solcher Events von der Bewerbungsphase bis zur Durchführung. 2004 wird es zwei zusätzliche Mitarbeiter/innen einstellen, um noch schlagkräftiger agieren zu können. Weiters ist im kommenden Jahr die Produktion eines neuen Kongressvideos geplant, sodass bei Präsentationen, mit denen sich Wien um einen Kongress bewirbt, das einschlägige Angebot der Stadt auf aktuellstem Stand gezeigt werden kann. Desgleichen wird auch das Design für den Internet-Auftritt des Vienna Convention Bureau ( http://www.vienna.convention.at/ ) erneuert.

Außerdem wird 2004 in Wien erstmals eine österreichische Kongressleitmesse, die ACCESS, stattfinden, zu der 300 ausländische Entscheidungsträger im Kongressgeschäft als Gäste der Stadt und des Vienna Convention Bureau erwartet werden. Im Ausland wird das Vienna Convention Bureau 40 Mal im Einsatz sein. Rund 500 potentielle Kunden werden in Wien empfangen, um das aktuelle Tagungsangebot der Stadt vorzustellen. Schließlich wird es auch eine breit angelegte Untersuchung in Auftrag geben, die die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kongressgeschäfts in Wien analysiert. Dabei soll erstmals auch der Firmentagungsbereich durchleuchtet werden, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Top Ten Kongress-Veranstaltungen 2004

Wien gehört bei internationalen Kongressen seit Jahrzehnten zu den Top Global Players. In den aktuellsten Statistiken der beiden maßgeblichen Organisationen, ICCA (International Congress and Convention Association) und UIA (Union of International Associations), belegt Wien im Jahr 2002 den jeweils vierten Rang unter den beliebtesten Kongressstädten der Welt. Zahlreiche Kongresse für das Jahr 2004 wurden bereits fixiert.

Top-Ten der Kongressveranstaltungen 2004

o Internationale Fachmesse exponet Vienna 40.000 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna Termin: 17.-19.2. o Europäischer Radiologie-Kongress 15.000 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna Termin: 5.-9.3. o ACM/CHI, Interaktion von Mensch und Computer 2.500 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna Termin: 23.-29.4. o Europäischer Kongress für Epilepsieforschung 3.500 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna Termin: 30.5.-3.6. o Internationaler Archiv-Kongress 2.500 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna Termin: 23.-28.8. o Weltkongress für Veterinärdermatologie 1.500 Teilnhmer Ort: Hofburg Termin: 25.-28.8. o Internat. Kongress der Transplantationsgesellschaft 4.000 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna Termin: 5.-10.9. o Interationale Steuerrechtsvereinigung 2.000 Teilnehmer Ort: Hofburg Termin: 5.-10.9. o Europäisches Komitee für Multiple-Sklerose-Forschung 2.400 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna 6.-9.10. o Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie 6.500 Teilnehmer Ort: Austria Center Vienna 29.10.-2.11.

(Schluss) gat

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