Jugendvertretung schlägt Alarm: Immer mehr Junge haben Schulden

Wien (OTS) - Die Zahlen sind alarmierend: Überzogene Konten,
offene Handy-Rechnungen, immer mehr junge Menschen in Österreich tappen in die Schuldenfalle und die Politik reagiert sehr langsam", umreißt Bernd Lunglmayr, Geschäftsführer der Bundesjugendvertretung (BJV) die Problematik. Ferdinand Herndler. Geschäftsführer der Schuldner- und Familienberatung des Verein für prophylaktische Sozialarbeit in Linz liefert aufrüttelnde Daten: 21% der sich neue angemeldeten Personen sind unter 25 Jahre alt. Zum Vergleich: Im Jahr 1997 waren es nur 7,1%. Banken- und Konsumgüterwerbung versprechen große Freiheit durch Bankkredite, Jugendliche fallen immer früher und mit immer höheren Schulden darauf herein. Zu schaffen machen jungen Menschen vor allem unsichere - weil atypische -Beschäftigungsverhältnisse und immer wiederkehrende Arbeitslosigkeit. "Job-Hopping bei gleichzeitiger Haushalts- und Familiengründung birgt ungeahnte Risiken und macht eine längerfristige Zukunftsplanung unmöglich", so Lunglmayr. 45% der Klient/innen der Schuldner- und Familienberatung verdienen unter EUR 750,-, berichtet Herndler aus der Praxis. 23% der 16 - 29-jährigen gaben in einer IMAS-Studie an, dass sie "keine gute Hand für's Geld hätten" und ihnen "das Geld unter den Fingern zerinne". Oft helfen Omas und Opas aus, wenn’s brenzlig wird. Die Zahlen der Schuldnerberatung zeigen jedoch nur die Spitze des Eisberges. Denn offizielle Daten gibt es nicht. Aussagekräftige Zahlen zur Jugendverschuldung sind schwer zu bekommen. Die letzte Erhebung, wie viele Haushalte in Österreich verschuldet sind, stammt aus dem Jahre 1989. Dieses Manko soll behoben werden meinen die Schulderberatungen und fordern ein Monitoring.

Gerade vor und nach Weihnachten haben Österreichs Schuldnerberatungen Hochsaison. Die BJV hat deshalb gemeinsam mit der Familien- und Schuldnerberatung Linz einen Risiko-Check für junge Menschen (Was sind Warnsignale?, Was tun, wenn...? Wo bekomme ich Hilfe? etc.) erstellt. Dieser kann ab sofort bei der BJV (mailto:office@jugendvertretung.at) bestellt werden. Die politischen Forderungen der BJV: höhere Einstiegsgehälter für junge Menschen (Schieflage der Lebensverdienstkurve), die Unbenennung des Überziehungsrahmens in Überziehungs-Kredit und eine Bonitätsprüfung bei Kontoüberziehungen sowie die Möglichkeit einer Kredit-Auszeit bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder ähnlichem mit Auflagen.

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Mag. Judith Pfeifer,
Bundesjugendvertretung/ Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 0676/ 880 111 046,
judith.pfeifer@jugendvertretung.at

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