"Arzneimittelpaket" der Regierung im Parlament beschlossen

Drastische Einkommensverluste für Apotheken - Flächendeckende Medikamentenversorgung abgesichert

Wien (OTS) - "Wir nehmen den Beschluss des Arzneimittelpakets wie verhandelt aber zähneknirschend zur Kenntnis. Die finanziellen Belastungen für Österreichs Apotheken sind ab 1. Jänner 2004 enorm und gehen an den Rand der wirtschaftlichen Grenzen der Betriebe", kommentiert Mag.pharm. Dr. Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer den gestrigen Beschluss des Parlaments. "Die Apothekenspannen im Kassenbereich sinken um 5%, obwohl diese schon bisher unter dem europäischen Durchschnitt lagen."

Wirtschaftliche Einbußen

Zusammen mit den Maßnahmen im Großhandel erbringen die österreichischen Apotheken damit bis Ende 2006 eine gigantische Einsparungsleistung von 180 Mio. Euro - wobei diese Kürzungen unbefristet festgesetzt wurden. "Die Spannen-Kürzungen - und die damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen der Apotheken - werden zu großer Zurückhaltung bei geplanten Investitionen führen und die Finanzierung der Nacht- und Bereitschaftsdienste erschweren", erklärt Cabana weiter.

Freie Apothekenwahl und Versorgung der Bevölkerung sichergestellt

Die Erhaltung der hohen Qualität des österreichischen Gesundheitssystems war allen Verhandlungspartnern und vor allem Frau Minister Rauch-Kallat stets wichtig - dazu zählt das Recht der Patienten auf freie Apothekenwahl sowie eine, für alle sozialen Schichten bestmögliche Versorgung mit Arzneimitteln und die dazugehörende apothekerliche Beratung. Die umfassenden Leistungen der österreichischen Apotheken sind:

  • Medikamenten-Abgabe mit entsprechender pharmazeutischer Beratung
  • Herstellung individueller Arzneimittel

- 24 Stunden Leistungsbereitschaft (täglicher Dauerbereitschaftsdienst von rd. 400 Apotheken auch außerhalb der normalen Geschäftszeiten)

  • Flächendeckende Verteilung der Apotheken
  • Beratung der Kunden über Anwendung ärztlicher Verordnungen und bei der Anwendung von Arzneimitteln in der Selbstmedikation
  • Umfassende Arzneimittelkontrolle (z.B. Wechselwirkungen)
  • Generelle Gesundheitsberatung (Rauchen, Impfen, Ernährung etc.)
  • Gesundheits-Checks (z.B. Blutdruck, Gewicht, Blutzucker etc.)
  • Verwaltungstätigkeiten für die Krankenkassen mit aufwendiger Logistik (z.B. elektronische Rezeptverrechnung)

Durch die enormen wirtschaftlichen Zugeständnisse der Apotheker bleibt sowohl der, für alle sozialen Schichten mögliche freie Zugang zu Arzneimitteln gewährleistet - zusätzlich leistet die Apothekerschaft einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Kassen-Ausgaben für Medikamente in den kommenden Jahren.

"Die Absicherung dieser qualitativ optimalen Versorgung der Patienten unter den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen stellt eine enorme Herausforderung dar und kann künftig nur durch höchstmöglichen persönlichen Einsatz jedes einzelnen Apothekers gewährleistet werden", betont Cabana.

Senkung der MWSt. muss folgen

"Die Kosten der Apothekenleistungen betragen lediglich 3,2% der gesamten Krankenkassen-Ausgaben. Die Kürzungen der Apotheken-Spannen sind daher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der nächste wichtige Schritt zur Entlastung der Gesundheitskosten muss die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel von derzeit 20% auf 10% sein, wie dies auch von anderen Verhandlungspartnern immer wieder gefordert wurde", so Cabana abschließend.

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