Industrie: AK-Berechnungen zur KÖSt-Belastung für künftige Investitionen irrelevant

Arbeiterkammer vergleicht zum wiederholten Mal Äpfel mit Birnen - Auswertungen von Jahresabschlüssen ungeeignet für Beurteilung der steuerlichen Standortattraktivität

Wien (PDI) - IV: - Aktuelleste seriöse OECD-Studie weist überdurchschnittliche Belastungen für Österreich bei grenzüberschreitenden Investitionen innerhalb der OECD aus

Heftige Kritik übt die Industriellenvereinigung (IV) an den Schlussfolgerungen die die Arbeiterkammer aus jüngsten Bilanzauswertungen, zieht. "Auswertungen von Jahresabschlüssen vergangener Jahre sind für die Berechnung der effektiven Steuerbelastung äußerst problematisch", betont der Bereichsleiter Steuerpolitik der Industriellenvereinigung, Dr. Wolfgang Seitz.

Dies vor allem aus folgenden Gründen:

  • In der herangezogenen handelsrechtlichen Bemessungsgrundlage sind Gewinnanteile enthalten, die im Ausland schon versteuert wurden, In der handelsrechtlichen Bemessungsgrundlage sind auch inländische Beteiligungserträge, die aufgrund des österreichischen KÖSt-Bestimmungen steuerfrei sind, um Doppelbesteuerungen zu verhindern, enthalten. Je mehr Gewinnausschüttungen in einer stark verflochtenen Wirtschaft stattfinden, umso niedriger ist bei der Methode der Arbeiterkammer der effektive Steuersatz.
  • Steuerliche Verlustvorträge aus vergangenen Jahren mindern darüber hinaus die Steuern.

Für Standortentscheidungen ist vielmehr relevant, welche Steuern mit geplanten Investitionen künftig verbunden sind. Hierzu gibt es verschiedene wissenschaftliche Ansätze, die auch von der ohne Eigeninteressen agierenden OECD angewendet werden. Dabei werden den Steuerberechnungen bestimmte Modellinvestition zu Grunde gelegt. Laut OECD sind für Standortentscheidungen die sogenannten effektiven Durchschnittssteuersätze besonders ausschlaggebend.

In einer erst im Sommer veröffentlichten Untersuchung hat die OECD die Besteuerung grenzüberschreitender Investitionen zwischen allen OECD Staaten untersucht. Hierbei kommt Österreich nicht besonders gut weg, während sich für grenzüberschreitenden Investitionen für alle OECD-Staaten untereinander ein effektiver Durchschnittssatz von 32,7 Prozent ergibt, werden Investitionen aus allen anderen OECD-Ländern nach Österreich im Durchschnitt mit 34,1 Prozent, also wesentlich höher, besteuert. Für Ungarn beispielsweise beträgt der Steuersatz 27,6 Prozent, für Irland 19,2 Prozent.

"Die Arbeiterkammer scheint den Ernst der Situation im internationalen Standortwettbewerb noch immer nicht erkannt zu haben", wundert sich Wolfgang Seitz. Die Industriellenvereinigung weist dabei mit Nachdruck auf die erst gestern beschlossene Steuerreform in der Slowakei hin, die einen künftigen KÖSt-Satz von 19 Prozent ab dem Jahr 2004 bringt!

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