Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank vom 5.12.2003

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 5.Dez.03 1,207 2,15% 4,44% 1509,1 3863,9 9930,8 28.Nov.03 1,197 2,16% 4,45% 1485,2 3719,7 9779,6 Veränderung -0,77% -0,01%Pkt -0,01%Pkt 1,61% 3,88% 1,55%

Konjunktur der Eurozone hat Trendwende geschafft

Nachdem die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal wieder leicht gewachsen ist (+0,4% Q/Q), zeigen auch die jüngsten Daten in Richtung einer moderaten Erholung. Die Geschäfte der Dienstleister in der Euro-Zone haben im November stark angezogen, der Reuters-Service-Index stieg von 56,0 auf 57,5 Punkte, den höchsten Stand seit drei Jahren. Erfreulich ist insbesondere, dass die Geschäftsaussichten für die nächsten zwölf Monate und die Neuaufträge kräftig zulegten. Die EU-Kommission hat ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im laufenden und im kommenden Quartal bekräftigt. Die EU-Kommission erwartet für das Schlussquartal 2003 ein BIP-Wachstum von 0,2-0,6% Q/Q und für das 1. Quartal 2004 0,3-0,7%.

Unveränderte Leitzinsen - wir erwarten flachere Geldmarktkurve

Die EZB und die BoE haben ihre Leitzinsen unverändert bei 2,0% bzw. 3,75% belassen. Die Zuversicht über die konjunkturelle Entwicklung hat die Geldmarktkurve zuletzt wieder sehr steil werden lassen. Trotz besser werdender Konjunktur lassen der starke Euro und die aktuelle Preisentwicklung (geschätzter HVPI im Nov.: 2,2%) keine baldige Zinserhöhung erwarten. Eine flacher werdende Geldmarktkurve ist also sehr wahrscheinlich.

Stabile Renditen- und Aktienmarktentwicklung erwartet

Die Renditen blieben beiderseits des Atlantiks im gesamten Laufzeitbereich nahezu unverändert. Mangels neuer Daten sollte es im Wochenverlauf an den Anleihemärkten sehr ruhig bleiben. Von der Fed erwarten wir am 9.12. keine Leitzinsänderung, ihre Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung und vor allem der weiteren Preisentwicklung wird aber von großem Interesse sein. Zuletzt hatte die Fed wieder auf die - wenn auch sehr geringe - Deflationsgefahr verwiesen. In der kommenden Woche erwarten wir bei den US-Renditen und bei den Euroland-Renditen eine Seitwärtsentwicklung auf aktuellem Niveau (10Yr US-Bmk: 4,357 %). Die Aktienmärkte präsentierten sich auch diese Woche robust und konnten teils kräftig zulegen. Wie bei den Renditen sollte uns auch an den Aktienmärkten eine ruhige Woche mit stabilen Kursen bevorstehen. Ein Risikofaktor für die europäischen Märkte bleibt die Wechselkursentwicklung. Auch der zur Veröffentlichung anstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte für erhöhte Volatilität sorgen, wir erwarten aber eine unveränderte Arbeitslosenrate von 6,0%.

Anhaltende Dollar-Schwäche

Nach sehr positiven Äußerungen der EZB zu den europäischen Konjunkturaussichten und zu den Wechselkursen hat der Euro mit 1,2146 Dollar ein Rekordhoch erreicht. Dazu kommt ein weiter schwindendes Vertrauen in den Dollar bzw. in die politische und wirtschaftliche Entwicklung der USA. Die Zweifel vieler Anleger an der Finanzierbarkeit der US-Defizite im Staatshaushalt und der Leistungsbilanz drückten auch den Kurs des Dollar zum Yen. Anhaltende Spekulationen um erneute Intervention der BoJ bremsten allerdings den Abstieg bei 108 Yen/Dollar. Da nächste Woche der Datenkalender relativ leer ist, ist mit einer Konsolidierung der Währungen zu rechnen. Von besonderem Interesse wird die Sitzung der Fed am 9.12. sein. Für den Euro erwarten wir nächste Woche einen leichten Rückgang auf 1,2 Dollar/Euro. Der Yen/Dollar Kurs sollte stabil auf aktuellem Niveau bleiben und der Euro auf knapp unter 130 Yen fallen. Beim Schweizer Franken erwarten wir eine stabile Seitwärtsentwicklung bei 1,56 CHF/Euro.

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