Wie managt man ein Weltkulturerbe?

österreichisch-ungarische Expertentagung zur Kulturlandschaft Neusiedler See/Fertö Wien (OTS) - Vergangene Woche fand unter der Patronanz der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) in Sopron, Ungarn, ein von Experten aus Ungarn und Österreich veranstalteter Workshop mit rund 50 Fachleuten zum Welterbe statt. Thema der Veranstaltung, an der auch Vertreter von ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) und IUCN (International Union for the Conservation of Nature) teilnahmen, waren so genannte „Managementpläne“ für die praktische Erhaltung von Stätten, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden.****

Anlass für die Tagung war die Präsentation des von der UNESCO geforderten Managementplanes für die Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See, die gemeinsam von Ungarn und Österreich betreut wird. Organisator auf österreichischer Seite war Hofrat Mag. Richard Giefing vom Amt der Burgenländischen Landesregierung, der für das Management des österreichischen Teils der Kulturlandschaft verantwortlich ist.

Kulturlandschaften sind eine vergleichsweise junge Kategorie auf der Welterbeliste, bisher wurden erst 35 eingetragen. Wie die Praxis zeigt, werden traditionelle Planungs- und Erhaltungsmechanismen aus Denkmal-, Natur- und Ortsbildschutz den zusätzlichen Anforderungen einer Kulturlandschaft nicht gerecht. Es ist daher ein diese Mechanismen integrierender Managementplan erforderlich, um eine Bewahrung des Welterbes bei nachhaltiger Entwicklung zu gewährleisten. Die UNESCO überprüft im Rahmen regelmäßiger Monitorings, ob die als solche ausgewiesenen Welterbestätten ihre weltweit einzigartige Bedeutung nach Bestand und Wertigkeit erhalten haben.

Die "Welterbekonvention" wurde 1972 von der Generalkonferenz der UNESCO beschlossen, um jenes "natürliche und kulturelle Erbe" auszuwählen und in einer "Liste des Welterbes" zu erfassen, das von weltweit außergewöhnlichem Interesse und Wert für die gesamte Menschheit ist. Die Liste liegt bei der UNESCO in Paris auf. Ziel der Konvention ist es, in Zusammenarbeit zwischen allen Völkern einen wirksamen Beitrag zum Schutz dieses "Welterbes" zu leisten.

Der Konvention sind bislang 177 Staaten beigetreten. Insgesamt 754 Objekte in 149 Staaten wurden bisher in die Liste des Welterbes eingetragen, davon 582 Objekte des Kulturerbes, 149 des Naturerbes und 23, die in beide Kategorien fallen. Ungarn und Österreich sind auf dieser Liste mit jeweils 8 Objekten vertreten:
Es sind dies in Österreich Schloss und Park von Schönbrunn, die Altstadt von Salzburg, die Semmeringbahn und umgebende Landschaft, die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut, die Altstadt von Graz, die Kulturlandschaft Wachau, die Altstadt von Wien sowie die grenzüberschreitende Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler-See.

In Ungarn stehen das Burgviertel Buda und die Uferzone der Donau in Budapest, das traditionelle Dorf Hollokö, die Benediktinerabtei Pannonhalma , der Hortobágy Nationalpark , der frühchristliche Friedhof von Pécs, die Aggtelek Höhlen, der Slowakische Karst (zusammen mit der Slowakei), die Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler-See sowie das Weinanbaugebiet Tokaj (K) auf der Welterbeliste.

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