Chance für Familienbetriebe vertan

Regierungfraktionen nehmen Bedürfnisse der Kleinbetriebe nicht ernst

Wien (OTS) - "Die Wirtschaftsfraktionen der beiden Regierungsparteien haben einmal mehr unter Beweis gestellt, dass ihnen die Anliegen der Kleinbetriebe nicht am Herzen liegen.", stellt der Spartenobmann für den Handel im Wirtschaftsverband Wien, Komm.-Rat Gerhard Kietreiber, fest.

Die Sonderregelung, wonach der Landeshauptmann durch Verordnung, auf Grund des Öffnungszeitengesetzes für Verkaufsstellen, in denen lediglich der Gewerbetreibende selbst und höchstens zwei weitere Familienangehörige tätig waren, längere Offenhaltezeiten zulassen konnte, wurde im Zuge der letzten Novelle des Öffnungszeitengesetzes durch die Bundesregierung abgeschafft.

Der Wirtschaftsverband Österreich bei der Sitzung des Wirtschaftsparlaments einen Antrag eingebracht, wonach den Familienbetrieben im Handel, ähnlich wie vor der Novelle des Öffnungszeitengesetzes vom August 2003, ein größtmöglicher Spielraum bei der Wahl der Öffnungszeiten überlassen werden soll.
"Immer schon hatten die Klein- und Mittelbetriebe im Handel Nachteile gegenüber ihren großen Konkurrenten, die Abschaffung der Sonderregelung für Familienbetriebe war ein weiterer Schritt in diesem System. Familienbetriebe stehen miteinander im Regelfall nicht in Konkurrenz. Konkurrenz ist die nächste Filiale des großen Handelskonzerns oder ein Einkaufszentrum.", so Kietreiber.

Jene Familienbetriebe, die eine solche Regelung nicht nützen wollten oder könnten, hätten keinen Nachteil. Jene, die eine solche Sonderregelung aber nützen wollen, sollten daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen, der die Existenz ihres Unternehmens wirtschaftlich absichert. "Eine solche Zeitnische für Familienbetriebe wäre ein Beleg für Phantasie und soziales Verantwortungsgefühl gewesen." Kietreiber ist betroffen, dass dieser Antrag von der schwarz-blauen Mehrheit nicht einmal ernsthaft diskutiert wurde. "Rücksicht auf KMU spielt offensichtlich bei den Regierungsparteien keine Rolle mehr."

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