Laska eröffnet erweitertes Tageszentrum für Obdachlose

"Komm rein und find´s raus"

Wien (OTS) - Am Freitag eröffnete Vizebürgermeisterin und Sozialstadträtin Grete Laska das erweiterte Tageszentrum für Obdachlose und Straßensozialarbeit der MA12 - wien sozial. Als wichtiger Teil der Wiener Wohnungslosenhilfe ist es seit 1989 in den Räumlichkeiten des U-Bahn Bogens Josefstädter Straße untergebracht. Das Team der MitarbeiterInnen wurde um zwei Sozialbetreuer erweitert und verstärkt nun auch seinen Einsatz im Bereich der aufsuchenden Straßensozialarbeit.****

Die Eröffnung stand unter dem Motto "Komm rein und find´s raus". Vizebürgermeisterin Grete Laska dankte in ihrer Ansprache den MitarbeiterInnen des Tageszentrums für ihr großes Engagement. "Man kann ganz schnell und aus den unterschiedlichsten Gründen in die Situation von Wohnungslosigkeit kommen, gerade da gibt die vorbildliche Betreuung der SozialarbeiterInnen wieder Sicherheit und Würde für die KlientInnen zurück!", betonte Laska.

14,5 Mio. Euro für Wohnungslose

Der Fachbereich Wohnungslosenhilfe bietet sowohl im Rahmen der städtischen Einrichtungen als auch der privaten VertragspartnerInnen insgesamt etwa 2300 Plätze an.
Die vielfältige Angebotspalette reicht von Schlafmöglichkeiten auf Matten, Mehrbettzimmern bis zu betreuten Einzelwohnungen.

Fast 90 % der mit Fragen der Wohnungslosigkeit befassten Einrichtungen werden von der Stadt Wien finanziell unterstützt. Der jährliche Gesamtaufwand für die Wiener Wohnungslosenhilfe beträgt rund 14,5 Millionen Euro.

"Josi" bedeutet Betreuung und Geborgenheit

In der Wohnungslosenszene wird die Einrichtung liebevoll "Josi" genannt, und das aus gutem Grund, es bietet ansatzweise die Ressourcen einer Wohnung. Viele wohnungslose Menschen in Wien wissen das Angebot der "Josi" zu schätzen. Sie sind auf die Grundversorgung des Tageszentrums angewiesen. Hier kann geduscht und Wäsche gewaschen werden, es gibt kostenlosen Tee und Imbisse und es steht eine Küche zur Verfügung. Es gibt die Möglichkeit, Geld und Dokumente zu deponieren, dringende Telefonate zu erledigen und das Tageszentrum als Postadresse zu nützen.
Die KundInnen schätzen besonders, dass die Nutzung der überlebenswichtigen Infrastruktur nicht an Bedingungen geknüpft ist. Martina Minichmayr, diplomierte Sozialarbeiterin und Leiterin des Tageszentrums, hält dies für eine der wichtigsten Voraussetzungen für weitere Schritte: "Wenn die Menschen merken, dass sie bei uns ohne 'wenn und aber' willkommen sind, beginnen sie wieder Hoffnung zu haben". Oftmals wird dadurch nötiges Vertrauen aufgebaut und erst in Folge kann Unterstützung durch SozialarbeiterInnen angenommen werden. Diese bieten Information, Beratung und Betreuung, Krisenintervention und Hilfestellung bei Alltagsproblemen, die oft unüberwindbare Hürden darstellen. Unterbringung, Einkommenssicherung und Dokumentenbeschaffung, sowie Motivations- und Beziehungsarbeit gehören zu den Schwerpunkten der Sozialarbeit. Im besten Fall werden die KundInnen auf dem Weg von der Straße weg zurück in eine eigene Wohnung "begleitet".

Schulden, Krankheit, Scheidung und Verlust des Arbeitsplatzes können in einer Spirale münden, an deren Ende Wohnungslosigkeit steht. Überfordert und sozial isoliert stehen diese Menschen dann auf der Straße.

Hilfe in geschützter Atmosphäre

Straßensozialarbeit ist hier ein wichtiger Zugang, um die Menschen dort ab zu holen, "wo sie stehen". Die SozialarbeiterInnen des Tageszentrums nehmen im öffentlichen Raum, oft auch an sozialen Brennpunkten, mit obdachlosen Menschen Kontakt auf, informieren und motivieren, bestehende Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen und laden sie ins Tageszentrum ein. Haben wohnungslose Menschen den Schritt dorthin geschafft, kann in geschützter Atmosphäre an weiteren Zielen gearbeitet werden. Rückschläge sind hierbei an der Tagesordnung, aber die KundInnen erkennen recht bald, dass sie dennoch nicht im Stich gelassen werden.

Nach Stabilisierung der persönlichen Situation und bei Bereitschaft der BesucherInnen, sich wieder auf ein geregelteres Leben ein zu lassen, ist die Arbeit des Tageszentrums meist getan. Dann kann - bei Bedarf - das Angebot einer nachgeordneten Einrichtung der Wiener Wohnungslosenhilfe in Anspruch genommen und auf der bisherigen Arbeit der "Josi" aufgebaut werden. (Schluss) mw

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