GLOBAL 2000: EU-Kommissar Byrne entpuppt sich als Genlobbyist

Drohende Zulassung von Gentech-Mais Bt 11 - EU-Kommission ignoriert Moratorium - Krebstests bei Bt 11 nicht durchgeführt

Wien (OTS) - Scharfe Kritik am EU-Kommissar für Konsumentenschutz David Byrne übt die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 aufgrund Byrnes Äusserungen zur drohenden Zulassung von Bt11 Genmais. Am Montag, den 8.12.2003 wird im "Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit" der EU über die Import-Zulassung des umstrittenen Gentech-Mais Bt11 von Syngenta entschieden.

"Die Äusserungen von EU-Kommissar David Byrne sind skandalös und lassen an seiner Qualifikation als Konsumentenschützer zweifeln. Byrne behauptet dass die Mehrheitsmeinung der europäischen Bevölkerung für eine Entscheidung über Genfood irrelevant sei und stützt dies mit dem Argument der wissenschaftlichen Erkenntnis. Byrne muss völlig den Realitätsbezug verloren haben, denn seriöse wissenschaftliche Studien zeigen sehr wohl zahlreiche mögliche Gefahren durch Genfood auf", empört sich GLOBAL 2000-Anti-Gentech-Sprecher Jens Karg.

"Eine Zulassung von Bt 11-Gentech-Mais ist ein Dammbruch für alle weiteren, noch offenen Zulassungen von gentechnisch veränderten Pflanzen. Skandalös ist hierbei die Vorgangsweise der EU-Kommission:
Der Gentech-Mais soll nach der völlig veralteten und intransparenten Novel Food Verordnung zugelassen werden. Unter anderem war genau diese Verordnung Ursache dafür, dass das Moratorium überhaupt in Kraft gesetzt wurde. Die EU-Kommission scheint ihre eigenen Argumente völlig zu ignorieren. Das gesamte Zulassungsverfahren entspricht in keinem Punkt dem wissenschaftlichen Standard", so Karg.

Der Bt 11-Antrag ist mehrfach mangelhaft. Auf die Sicherheit des Produktes kann auf Basis der vorgelegten Untersuchungen nicht geschlossen werden. So fehlen Tests, die chronische Effekte wie Krebs oder die Schwächung des Immunsystems ausschließen. Die Risikobewertung ist katastrophal und entspricht dem Stand des Jahres 1930. Damals gab es nur akute Toxizitätsstudien. Langzeitwirkungen wurden völlig ausgeblendet. Gemäß der neuen Food Feed-Verordnung dürfen GVO jedoch nur zugelassen werden, wenn eine "den höchstmöglichen Anforderungen standhaltende wissenschaftliche Bewertung aller damit verbundenen Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier durchgeführt wurde".

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ist nun aufgefordert, alle Fakten auf den Tisch zu legen und in Brüssel alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die KonsumentInnen vor dem gefährlichen Genfood zu schützen.

Sollte das Komitee am Montag keinen Beschluss fassen, hat der EU-Ministerrat drei Monate Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Fällt auch dann kein Beschluss, geht die Entscheidung zurück zur EU-Kommission.

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