"Neues Volksblatt" Kommentar: "Elf Fronten" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 3. Dezember 2003

LINZ (OTS) - Die gestern deutlich schärfer gewordene Kritik Rudolf Schwarzböcks ist nur das Vorspiel dessen, was das geplante Bundes-Tierschutzgesetz an Zerreißproben für die ÖVP noch bereit hält. De facto wird es zu einer gröberen Auseinandersetzung an elf Fronten kommen: Innerparteilich zwischen Bund, Bauern- und Länder-Vertretern - auf Bundesebene mit der Opposition und, nicht zuletzt, mit dem Koalitionspartner FPÖ. Dazu werden die gleichen fraktionellen Flügelkämpfe wie auf Bundesebene auch auf alle neun Bundesländer durchschlagen. Schon heute berichtet die Fama von hochrangigen ÖVP-Politikern, die den Tag, an dem Parteichef Wolfgang Schüssel das (nicht zuletzt "Krone"-kompatible) Bundes-Tierschutzgesetz versprochen hat, am liebsten hinwegwünschen würden - und damit auch den jetzt gegebenen Zeitdruck. Wo Emotionen für Tiere Herzen und Stimmen gewinnen, können sie sich auch rasch in die entgegengesetzte Richtung entwickeln. Sachlichkeit kommt da leicht zu kurz. Für die Volkspartei liegt die Latte jetzt jedenfalls hoch. Und die Opposition wird alles tun, damit sie immer noch ein bisschen höher hängt.

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