AKNÖ-Staudinger: In Wahrheit sind über 10.100 nö Jugendliche auf Jobsuche

Differenzierte Betrachtung bringt das ganze Ausmaß der Arbeitsmarktprobleme ans Tageslicht

Wien (AKNÖ) – „Diese Arbeitsmarktdaten vertreiben jeglichen Festtagsgedanken“, kommentiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger die soeben veröffentlichten Arbeitslosenzahlen. „Die steigende Arbeitslosigkeit trifft in Niederösterreich vor allem die Jugend“. Die Arbeitslosigkeit im Bundesland sei um 2,6 Prozent gestiegen, die der unter 25jährigen gar um 8,3 %. Staudinger fordert aber eine gründlichere und differenziertere Betrachtung der Situation am Arbeitsmarkt über diese Zahlen hinaus: „Zu den 6.658 arbeitslos gemeldeten Jugendlichen müssen wir in Wahrheit noch jene addieren, die derzeit in Schulung sind, und in den offiziellen Arbeitsmarktdaten nicht aufscheinen. In Niederösterreich sind das weitere 2.560 Menschen unter 25!“ In Summe seien somit über 9.200 junge Menschen auf Jobsuche in Niederösterreich, zählt man noch die 913 Lehrstellensuchenden dazu, dann sind bereits über 10.100 unter 25jährige Niederösterreicher derzeit ohne Job und Ausbildung. Für den Präsidenten der Arbeiterkammer ist das eine mehr als bedrohliche Entwicklung. Auch die genauere Betrachtung des Lehrstellenmarkts gibt Anlass zu Sorge, für den November hätte Staudinger sich eigentlich eine vorsichtige Konsolidierung am Lehrstellenmarkt erwartet. Untypisch für den November sei nämlich die Zahl der vorgemerkten Lehrstellensuchenden um 27 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen ist hingegen um fast 25 % gesunken. Auch hier muss man aber berücksichtigen, dass darüberhinaus die Zahl jener Lehrlinge steigt, die in Schulungen untergebracht werden und die nicht als arbeitssuchend vermerkt werden. „Diese Daten müssen uns alle alarmieren, die Verantwortlichen sollten rasch reagieren, bevor sich alle in den Weihnachtstrubel begeben und wir in Wahrheit wieder einen Monat verlieren, in dem junge Menschen ohne Perspektive gelassen werden!“

Ebenfalls mit Besorgnis registriert Staudinger den Anstieg der Akademikerarbeitslosigkeit in Niederöstereich. Hier fällt mit einem Plus von 22,6 Prozent der starke Anstieg bei den Frauen auf, bei den Männern in dieser Gruppe ist hingegen die Arbeitslosigkeit „nur“ um 7,6 % gestiegen. „Wenn Niederösterreich in Europa eine Top-Region sein will, dann müssen wir gerade hoch qualifizierten Menschen Arbeitsplätze bieten, das wäre doch in Wahrheit unsere große Chance“, erklärt der Arbeitnehmervertreter.

Weniger Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik ist der falsche Weg

Insgesamt sind in Niederösterreich mit Ende November 37.376 Personen arbeitslos gemeldet. Weitere 6.552 Arbeitssuchende sind derzeit in Schulungen und werden somit in die offiziellen Statistiken nicht einberechnet. Ein Umstand, auf den Präsident Staudinger aufmerksam machen will: „Ich denke, wir müssen die Situation am Arbeitsmarkt in ihrer vollen Tragweite erfassen, den Kopf in den Sand zu stecken und Zahlenspielereien sind völlig fehl am Platz“. Er fordert vom Land mehr Initiativen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und appelliert dringend an die Landesregierung, in diesem Sinne ihren Einfluss in der Bundespolitik geltend zu machen. „Eine aktive Arbeitsmarktpolitik ist mehr denn je gefordert, in diesem Sinne ist es unverständlich, dass die zugeteilten Mittel für das AMS von 108 auf 97 Millionen Euro gesenkt werden. In Zeiten so dramatischer Anstiege der Arbeitslosigkeit ist das der falsche Weg!“

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