Kukacka: SBB mit ÖBB nur sehr bedingt vergleichbar: Produktivität 30 Prozent höher, eigene Güterverkehrs AG, Pensionsalter 65 Jahre

Wien, 02. Dezember 2003 (OTS) Bekanntlich verlange die EU eine Trennung des Absatzbereiches und der Infrastruktur, und ein Verbot der Querfinanzierung. Vergleiche mit der Schweiz seien also wegen der für Österreich verbindlichen EU-Richtlinien nur sehr bedingt aussagekräftig. Wenn man schon Strukturvergleiche mit den SBB anstellt, dann muss man auch dazusagen, dass die Produktivität bei den SBB um 30 Prozent höher ist als derzeit noch bei den ÖBB, und der Güterverkehrsbereich eine eigene Aktiengesellschaft ist. Bei der SBB ist weiters die Quersubventionierung der Infrastruktur aus den Einnahmen der Straßenmaut möglich, weil eben die Schweiz kein EU-Mitglied sind, sagte heute, Dienstag, Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka. ****

Es muss auch festgehalten werden, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei 62 bzw. 65 liegt. Wer in Frühpension geht, muss mit hohen Abschlägen rechnen. Darüber hinaus lagen die Krankenständen bei den SBB im vergangenen Jahr im Schnitt pro Mitarbeiter bei 16 Tagen, in Österreich waren es bei den ÖBB 2001 rund 26 Tage. Auch der Budgetzuschuss der ÖBB war wesentlich höher als in der Schweiz. Zwischen 1995 und 2001 erhöhten sich die staatlichen Zahlungen bei den ÖBB um 6%, während die Zahlungen bei der SBB im selben Zeitraum um 11% abnahmen.

Die Deckung des Lohn- und Sachaufwandes durch Verkehrserlöse lag bei den ÖBB 2002 unter 60 Prozent, bei den SBB bei ca. 75 Prozent. Dieser hohe Eigenfinanzierungsgrad hat seine Ursache auch in wesentlich höheren Tarifen als bei uns. Der Produktivitätsvorsprung der SBB betrug 2001 gegenüber den ÖBB 54 Prozent. „Die SBB sind in manchen Bereichen sicher Vorbild für Österreich, besonders was die Kundenorientierung und die höhere Produktivität betrifft, was aber die Unternehmensstruktur betrifft, sind wir der Überzeugung, und darin geben uns zahlreiche in- und ausländische Experten recht, dass die ÖBB mit ihrer Neuaufstellung wesentlich flexibler und effizienter am europäischen Markt operieren wird können“, betonte Kukacka. Die österreichische Lösung von vier Aktiengesellschaften unter dem Dach einer Holdinggesellschaft werde eine stärkere betriebswirtschaftliche Eigenverantwortung bringen und damit die effiziente Einsetzung der finanziellen Mitteln schaffen, schloss Kukacka.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat im BM für Verkehr,
Innovationen und Technologie
Mag. Christian Dolezal
Pressesprecher
Tel. +43 (01) 711 62/8803

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVT0001