Glawischnig zu Gen-Mais: Österreich ungenügend geschützt

Mit Fall des Moratoriums droht Zulassungswelle

Wien (OTS) 20 Prozent der mit Genmais-Pollen - einer in der EU bereits zugelassenen Sorte(!) - gefütterten Tagpfauenaugen-Raupen sterben. Das ist das Ergebnis einer heute präsentierten Greenpeace-Studie. "Dieses Ergebnis bestätigt erneut die jahrelangen Warnungen der Grünen vor den ungeklärten Risken des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft", so Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen. Die alarmierenden Untersuchungsergebnisse würden deutlich zeigen, dass bei der Genehmigung von Gentech-Pflanzen in der EU der Schutz der Umwelt nicht ausreichend berücksichtigt werde. "Die von der EU-Kommission geplante und leider auch von EU-Agrarkommissar Fischler unterstützte Aufhebung des seit mehreren Jahren aufrechten Zulassungs-Moratoriums für Genpflanzen und Gentech-Produkte erscheint im Lichte der aktuellen Studienergebnisse einmal mehr völlig verantwortungslos", kritisiert Glawischnig.

Neben der Zulassung von GVO-Pflanzen für den kommerziellen Anbau in der EU droht mit dem Fall des Moratoriums auch eine neue Zulassungswelle im Bereich der GVO-Lebensmittel. Insgesamt 21 neue Gen-Pflanzen sollen genehmigt werden. Davon ist die Hälfte als Lebensmittel, die andere Hälfte für die Freisetzung auf landwirtschaftlichen Flächen vorgesehen. "Eine neue gentechnisch veränderte Maissorte (Bt11), die ebenfalls im Verdacht steht, bei Schmetterlingen eine hohe Sterberate zu verursachen, steht unmittelbar vor der Zulassung", warnt Glawischnig.

Die bisher in der EU zugelassenen Gentech-Maissorten (Bt176 und Mon810) seien zwar in Österreich noch mit einem Importverbot belegt, mit dem Fall des Moratoriums werde aber der Druck auf Österreich zunehmen, die Importverbote fallen zu lassen. "Österreich ist auf die drohende Welle an neuen Genpflanzen und Gentech-Lebensmittel absolut ungenügend vorbereitet", kritisiert Glawischnig. Es sei zwar eine Novelle zum Gentechnikgesetz in Vorbereitung, diese beinhalte aber keine ausreichenden Regelungen zum Schutz der Bevölkerung und der (noch) gentechnikfreien heimischen Landwirtschaft, übt Glawischnig abschließend Kritik an der für das Gentechnikgesetz zuständigen Ministerin Rauch Kallat.

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