Bartenstein: Weitere Steigerung bei Arbeitslosigkeit aber auch Beschäftigung im November

Wien (BMWA/OTS) - Die Zahl der vorgemerkten arbeitslosen Personen lag Ende November 2003 mit 248.156 um +11.086 (+4,7%) über dem November-Wert des Vorjahres. Differenziert nach dem Geschlecht ist der prozentuelle Anstieg der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Männer etwas höher als jener der Frauen. Die Frauenarbeitslosigkeit hat gegenüber dem Vorjahr um +4.588 (+4,2%) auf 113.911 zugenommen, bei den Männern ist ein Zuwachs von +6.498 (+5,1%) auf 134.245 zu verzeichnen. In Oberösterreich, Kärnten und dem Burgenland ist die Arbeitslosigkeit rückläufig. ****

Trotz der nach wie vor anhaltend schwachen internationalen Konjunktur ist die Gesamtzahl der Beschäftigten Ende November 2003 gegenüber dem Vorjahr um 25.381 auf 3.180.344 (0,80%) gestiegen. Die Zahl der männlichen Arbeitskräfte erhöhte sich um 3.701 auf 1.736.390 (0,21 %), die der weiblichen um 21.680 auf 1.443.954 (1,52%).

Im internationalen Vergleich weist EUROSTAT für Österreich für den Oktober 2003 (letzter verfügbarer Wert) eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus. Die Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice für November ergibt ebenfalls 4,5%. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 8,0% (September). Lediglich Luxemburg mit 3,9% (Oktober) und die Niederlande mit 4,0% (September) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Im Detail sah die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt Ende November so aus:

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im November 2003 101 Tage betragen. Sie liegt somit um 6 Tage unter dem Vergleichswert des Vorjahres bzw. um 3 Tage unter dem November-Wert 2001.

Langzeitarbeitslosigkeit Ende November 2003 haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit +6.307 (+15,8%) auf 46.266 deutlich zugenommen. Diese Entwicklung ist auf den starken Anstieg der länger als ein Jahr beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Personen (+9.001 auf 21.817) zurückzuführen.

Jugendarbeitslosigkeit Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit (+6,8% bzw. +2.711) ist ausschließlich auf die Altersgruppe der 19- bis 24-Jährigen zurückzuführen. Die Zahl der 19- bis 24-jährigen arbeitslosen Jugendlichen hat Ende November um +2.827 (+8,2%) auf 37.099 zugenommen. Bei den 15- bis 18-jährigen Jugendlichen war dagegen eine leichte Abnahme (-116 bzw. -2,1% auf 5.420) festzustellen.

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,4% (Oktober 2003) die zweitniedrigste Jugendarbeitslosenquote nach den Niederlanden mit 6,7% (September) aus, gefolgt von Irland (8,7%) und Deutschland (9,9%; jeweils im Oktober). Die Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt beträgt mit 15,7% (September) mehr als das Doppelte des österreichischen Wertes.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende November mit 5.196 um +652 (+14,3%) über dem Wert des Vorjahres. Die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen haben im Vorjahresvergleich um -503 (-19,8%) auf 2.042 abgenommen. Die vorbereitenden Berufsausbildungskurse und Kurse der begleitenden Unterstützung im Rahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, werden vom AMS bereits umgesetzt. Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit stehen im heurigen Jahr rd. 5.500 Lehrgangsplätze zur Verfügung. Die Lehrgänge haben Anfang bzw. Mitte November begonnen und haben eine Laufzeit von 10 Monaten.

Zunahme der Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen entwickelte sich mit einem Anstieg von +1,6% (+776 auf 49.320) vergleichsweise günstig. Wie in den Vormonaten ist die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen mit -442 (-1,8%) rückläufig gewesen, während bei den 55- bis 59-Jährigen (+276; +1,4%) eine leichte Zunahme zu verzeichnen war. Bei den über 60-Jährigen war ein Zuwachs von +942 (+23,8%) zu konstatieren. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen Überdurchschnittlich starke Zuwächse waren Ende November im Dienstleistungsbereich insbesondere bei den Sonstigen Dienstleistungen (+1.467; 12,3% auf 13.428), den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen/Realitätenwesen (+1.987; +11,8% auf 18.809) und im Einzelhandel (+1.380; +6,1% auf 23.830) zu beobachten. Der Anstieg in der Sachgütererzeugung (+665; +1,7% auf 40.611) lag dagegen - wie schon in den Vormonaten - unter dem Durchschnitt. Auch die Zuwachraten in den Saisonbranchen Fremdenverkehr (+1.057 bzw. +2,1% auf 50.760) und Bauwesen (+1.378; +4,4% auf 33.004) blieben unter der bundesweiten Entwicklung.

Entwicklung in den Bundesländern Ende November war die Arbeitslosigkeit in Kärnten (-0,8%; -159), Oberösterreich (-1,8%; -447) und im Burgenland (-2,1%; -150) gegenüber dem Vorjahreswert rückläufig. Auch in Niederösterreich (+2,6%; +931), Salzburg (+1,9%; +270), Tirol (+1,6%; +351) und in der Steiermark (+0,7%; +227) sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich unter der bundesweiten Entwicklung geblieben. Weiterhin überdurchschnittlich war der Zuwachs der vorgemerkten Arbeitslosen in Vorarlberg (+7,7% bzw. +674) und Wien (+13,2%; +9.389). Damit entfallen 85% des österreichweiten Zuwachses an Arbeitslosen auf Wien.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Wie im Vormonat haben im November 2003 mit Ausnahme der Absolventen einer Meisterprüfung (-2,5%; -50 auf 1.961) in allen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen zugenommen. Im Vorjahresvergleich war der prozentuelle Zuwachs bei Absolventen von Fachhochschulen (+19,1%; +65 auf 406), Akademien (+19,0%; +146 auf 913), Universitäten (+17,7%; +1.084 auf 7.213) und von Personen ohne abgeschlossene Schulbildung (+13,7%; +1.341 auf 11.133) sehr ausgeprägt. Anteilsmäßig entfallen 81% des Bestands aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice Mit 44.127 lag die Zahl der Personen in Schulungen im November 2003 etwas über dem Vorjahresniveau (+1,4%; +603). Kräftig zunehmend sind allerdings weiterhin die Schulungsaktivitäten für Jugendliche (+22% bzw. +3.057 auf 16.933). Wie im Vormonat stiegen die Gesamtteilnehmerzahlen besonders deutlich im Westen Österreichs (Tirol +63,9% bzw. +791; Vorarlberg +47,2% bzw. +497) und in Kärnten (+25,6% bzw. +469). Rückläufige Schulungsaktivitäten sind dagegen in der Steiermark (-14,0% bzw. -1.122), Wien (-4,2% bzw. -618) und Oberösterreich (-2,5% bzw. -196) zu verzeichnen. Die SchulungsteilnehmerInnen rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (9.091), Metall-/Elektroberufe (5.915), Handel (5.890) und den Hilfsberufen (4.766). Aus diesen Berufsgruppen kommen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.

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