SPÖ-Enquete: Gusenbauer für AUVA als Träger von Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz

Verzetnitsch: "Gesundheit am Arbeitsplatz ist eine gewerkschaftliche Kernaufgabe"

Wien (SK) SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer plädiert dafür, dass die AUVA zum institutionellen Träger bei der Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen wird. Bei der vom SPÖ-Parlamentsklub veranstalteten Enquete "Gesund arbeiten - Ein Recht für alle" verwies Gusenbauer auf die großen Erfolge der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt bei der Senkung der Arbeitsunfälle. Die AUVA sei somit auch für Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen prädestiniert. Gusenbauer zeigte sich überzeugt, dass sowohl der politische Auftrag als auch die notwendigen Mittel dafür bereitgestellt werden können. ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bezeichnete "Gesundheit am Arbeitsplatz" als eine "gewerkschaftliche Kernaufgabe". ****

Der AUVA ist es im Verein mit dem Arbeitsinspektorat, Arbeitnehmervertretern und Fachkräften in den Unternehmen von 1994 bis 2002 gelungen, die Zahl der Arbeitsunfälle um 31 Prozent zu senken. Gusenbauer schlägt nun vor, die AUVA auch bei der Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen zum institutionellen Träger zu machen.

Der SPÖ-Vorsitzende betonte, dass der Erfolg der Bemühungen um die Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen unmittelbar mit dem Träger dieser Initiativen zusammenhänge. "Es braucht eine Institution, die die Prävention trägt", so der SPÖ-Chef. Der Erfolg der AUVA bei der Senkung der Zahl der Arbeitsunfälle prädestiniere sie für diese Aufgabe. Den "politischen Auftrag" und die notwendigen Mittel dafür solle es geben, so Gusenbauer.

Die Frage der Prävention ist von besonderem Interesse und ein Schwerpunkt in den Überlegungen der SPÖ zur Gesundheitspolitik und Gesundheitsreform, betonte Gusenbauer. Erhebungen in Deutschland zeigen, dass pro Jahr 28,4 Milliarden Euro an Kosten durch arbeitsbedingte, körperliche Erkrankungen entstehen. Ungefähr die gleichen Kosten entstehen infolge psychischer Belastungen. Für Österreich fehlen vergleichbare Erhebungen, laut Gusenbauer gelte aber als internationaler Richtwert 2,5 Prozent des BIP. "Es geht um enorme Summen", so der SPÖ-Vorsitzende.

Eine weitere Untersuchung aus Deutschland belege, dass Unterschiede bei Arbeitsbelastung und Kontrollmöglichkeiten am Arbeitsplatz gravierende Unterschiede in der Krankheitsanfälligkeit nach sich ziehen. Gusenbauer verwies auch auf eine Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation, wonach die Lebens- und Arbeitsbedingungen "eine Quelle der Gesundheit, und nicht eine Quelle der Krankheit" sein sollten.

ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch betonte in seinem Referat, dass sowohl das ÖGB-Barometer als auch der Arbeitsklima-Index der AK regelmäßig nachweisen, dass die Arbeitsumwelt zu den wichtigsten Themen für die Arbeitnehmer gehören. "Gesund arbeiten" zählt der ÖGB-Präsident zu einer "gewerkschaftlichen Kernaufgabe". Dabei verwies Verzetnitsch auch darauf, dass spürbare bzw. messbare Belastungen und körperliche Anstrengungen mitunter leichter zu handhaben seien als psychische Belastungen. So sei etwa die Sicherheit der Pensionen ein relevanter Faktor für die Gesundheit am Arbeitsplatz.

Verzetnisch ging auch auf die von der Regierung für das Jahr 2007 versprochene "Hacklerregelung" ein. Das geht dem ÖGB-Präsidenten deutlich zu langsam. Hier käme es tatsächlich auf "Speed" an, betonte Verzetnitsch. Er will die Schwerarbeiterproblematik unter zwei Aspekten behandeln. Einerseits unter dem Aspekt der Verhinderung bzw. des Ausgleichs gesundheitsgefährdender Belastungen in der Arbeit; andererseits in der sozialrechtlichen Berücksichtigung von Schwerarbeit. (Schluss) wf

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