Greenpeace: Gentech-Mais tötet Tagpfauenauge

Rauch-Kallat muss gentech-freie Landwirtschaft in Österreich schützen

Wien (OTS) - 20 Prozent der Tagpfauenaugen-Raupen, die Pollen von Gentech-Mais fressen, sterben! Auf Einladung von Greenpeace präsentierten heute Wissenschafter der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Wien dieses brisante neue Forschungsergebnis. "Unsere Fütterungs-Experimente mit Pollen des Gentech-Mais Mon810 beweisen, dass jede fünfte Raupe des Tagpfauenauges stirbt, die überlebenden Raupen entwickeln sich langsamer", fassen Prof. Béla Darvas und Dr. András Székács ihre brisanten Erkenntnisse zusammen. "Wir müssen davon ausgehen, dass Ähnliches auch für die Raupen von Admiralfalter, C-Falter und Landkärtchen gilt."

In einigen Regionen Österreichs zählt das Tagpfauenauge bereits zu den bedrohten Arten: "In der Steiermark, einem Bundesland mit intensivem Maisanbau, steht das Tagpfauenauge auf der Roten Liste der gefährdeten Schmetterlinge. Der Einsatz von Bt-Mais könnte das Tagpfauenauge endgültig verschwinden lassen", befürchtet Susanne Fromwald, Greenpeace-Molekularbiologin.

Die neuen Forschungsergebnisse belegen die wissenschaftliche Fahrlässigkeit, mit der in der EU Gentech-Pflanzen zugelassen werden. "Der Gentech-Mais Mon810 gilt als sicher und ist EU-weit zugelassen -ohne Untersuchungen auf ökologische Auswirkungen wie z.B. die Bedrohung von Schmetterlingen", ärgert sich Fromwald. "Am 8. Dezember wird in Brüssel über einen weiteren Gentech-Mais abgestimmt:
Bt11-Mais steht knapp vor der Zulassung für Lebensmittel, auch für den Anbau könnte Bt11 bald genehmigt werden - ebenfalls ohne entsprechende wissenschaftliche Daten."

Auch die "Biologische Bundesversuchsanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)" im deutschen Darmstadt hat in den letzten Monaten eine dramatische Sterberate bei Schmetterlingen nachgewiesen:
Bereits die winzige Menge von 61 Pollen vom Typ Bt176 führte bei 50 Prozent der Tagpfauenaugen-Raupen zum Tod. Die neuen Forschungen aus Ungarn zeigen nun aber, dass auch die neue Generation von Bt-Mais, darunter Mon810 und Bt11 ein signifikantes Risiko für Schmetterlinge darstellen - obwohl diese neuen Sorten nur etwa ein Drittel der Pollen mit nur rund einem Zehntel des Bt-Gifts produzieren.

In Österreich sind sowohl der Gentech-Mais Bt176 als auch Mon810 mit befristeten nationalen Importverboten belegt. Was nach dem möglichen Fall des EU-Moratoriums passieren wird - am 8. Dezember wird in der EU über die Zulassung von Bt11-Mais abgestimmt - ist völlig offen. "Die Österreichische Regierung hat bis heute keine geeigneten Maßnahmen zum langfristigen Schutz unserer Umwelt und Gesundheit getroffen", kritisiert Susanne Fromwald die zuständige Gentech-Ministerin Rauch-Kallat. "In der geplanten Novelle des österreichischen Gentechnik-Gesetzes wird die gentech-freie Landwirtschaft in Österreich und somit die Wahlfreiheit für Konsumenten nicht ausreichend geschützt!"

Das Greenpeace-Aktionspaket gegen Gentech-Verschmutzung finden Sie unter www.greenpeace.at/umweltwissen/gentech/pdf_files/aktionspaket_gentech _verschmutzung.pdf

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Axel Grunt, Pressesprecher Greenpeace, 01-5454580-33 od. 0664-2407075
Mag. Susanne Fromwald, Molekularbiologin Greenpeace, 01-5454580-75 oder 0664-6126706

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