Eisenbahner: Experten geben vernichtendes Urteil über ÖBB-Reform

GdE-Vorsitzender Haberzettl: Verkehrsminister Gorbach sollte auf die Mahnungen internationaler Bahn-Praktiker hören

Wien (GdE/ÖGB). Während internationale Bahn-Praktiker, wie der langjährige Generaldirektor der Schweizer Bundesbahn (SBB), Benedikt Weibel, über die geplante Zerschlagung des Unternehmens ÖBB ein vernichtendes Urteil abgeben, halte Verkehrsminister Gorbach starrsinnig an der "ÖBB-Zerstörungs-Reform" fest, erklärte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, Dienstag in Wien.++++

SBB-Generaldirektor Weibel, gleichzeitig Präsident des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC), hatte Montag Abend bei einer Veranstaltung der Wiener Arbeiterkammer und Dienstag früh in einem Interview im Ö1-Morgenjournal darauf hingewiesen, dass nur integriert geführte Bahnunternehmen erfolgreich geführt werden könnten. "Während also österreichische und internationale Bahn-Experten, von den Eisenbahn-Technikern österreichischer Universitäten bis hin zum SBB-Chef Weibel, einem der erfahrensten Bahn-Praktiker Europas, sowie der Rechnungshof gegen die Zerschlagung der ÖBB Stellung nehmen, beharrt die Bundesregierung auf ihrem verfehlten ÖBB-Gesetz", sagte Haberzettl. Immer wieder würden die Schweizer Bundesbahnen von der österreichischen Politik als leuchtendes Vorbild dargestellt, doch wenn der Repräsentant eben dieses erfolgreichen Bahnunternehmens eindeutig für eine einheitliche Bahn und gegen eine Zerschlagung der ÖBB Stellung beziehe, schweige die Bundesregierung betreten und tue so, als ob sie das alles nichts anginge, kritisierte der GdE-Vorsitzende. So habe GD Weibel etwa darauf verwiesen, dass die Zerschlagung der Bahn in autonome Einheiten die notwendige "Einheit der Verantwortung" im Unternehmen aufbreche. Damit, so Weibel, werde die Funktionsweise des komplexen Bahnsystems "aufs Schwerste gefährdet".

Wenn der Verkehrsminister an seinem unglücklichen Reformvorschlag, der zur Zertrümmerung und Verschleuderung der ÖBB führen werde, festhalte, dann tue er das wider besseres Wissen: "Gorbach und die Bundesregierung führen mit ihren Reformvorstellungen nicht nur die ÖBB in den finanziellen Ruin, gefährden die Reisequalität, die Bahnsicherheit und Tausende Arbeitsplätze, sie werden auch die österreichische Verkehrspolitik nachhaltig schädigen", warnte Haberzettl.
(Schluss)

ÖGB, 2. Dezember 2003
Nr. 1002

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