Umweltjournalismus, der Hirn und Herz öffnet

Umweltjournalistenpreis 2003 - Lob für "schönste und nachhaltigste Abteilung des ORF-Fernsehens"

Wien (OTS) - Ein spürbar schwindendes Interesse an Umweltthemen in Österreich konstatierten Grande Dame der Umweltbewegung Freda Meissner-Blau und Publizist Prof. Alfred Payrleitner anlässlich der gestrigen Verleihung des Hans-Kronberger-Umweltjournalistenpreises 2003 im Österreichischen Theatermuseum. Die Preisträger Modern Times (ORF) und "Universum"-Filmemacher Manfred Christ und Dr. Harald Pokieser seien beispielhaft dafür, wie man mit immer neuen Zugängen und Themenverbindungen diesem Trend entgegenwirken könne.

Vor zwanzig Jahren hatten die Folgeprobleme der Zivilisation noch den "Reiz des Neuen", so Laudator Payrleitner; heute seien Beweglichkeit, ständige Recherchen und dramaturgische Kunstgriffe gefragt. Meissner-Blau wiederum ist überzeugt, dass Umweltagenden vor allem aus politischen und wirtschaftlichen Gründen immer mehr zur Seite geschoben werden. Umso wichtiger sei es, Umweltjournalisten zu stimulieren und Leistungen in diesem Bereich zu ehren.

Erstmals kommen die Preisträger des jährlich vom EU-Abgeordneten und Umweltexperten Dr. Hans Kronberger gestifteten Preises nicht aus dem Printmedienbereich - für Meissner-Blau ein Grund zur Freude:
Umweltjournalismus solle "Hirn und Herz öffnen"; Bilder seien unschlagbar, wenn es darum ging, die Menschen auf einer tieferen emotionalen Ebene anzusprechen.

"Die schönste und nachhaltigste Abteilung des ORF-Fernsehens": So bezeichnete Payrleitner, jahrzehntelang Leiter der Hauptabteilungen "Politik und Zeitgeschehen" sowie "Wissenschaft und Bildung" im ORF, die Redaktion Modern Times mit Moderatorin Dr. Gisela Hopfmüller, aber auch die gesamte ORF-Hauptabteilung "Bildung und Zeitgeschehen". An der Arbeit des Filmemacher-Teams Manfred Christ und Dr. Harald Pokieser hob der Laudator das "wirkungsvolle Aufspüren neuer und ungewohnter Fassetten des Naturgeschehens" hervor, mit der es gelinge, der Inflation an längst sattsam bekannten Naurbildern beizukommen. Keine Sendung des ORF, so der Laudator, genieße eine solche internationale Wertschätzung wie die Reihe "Universum", für die Christ und Pokieser maßgebliche Beiträge gestaltet hätten.

Nicht allzu optimistisch äußerten sich Univ.-Prof. Dr. Stefan Schleicher (WIFO) und Preisstifter Dr. Hans Kronberger bei der Preisverleihung zu den umweltpolitischen Entwicklungen der letzten Zeit in Österreich. Schleicher bedauert vor allem, dass Österreich in der Klimapolitik die "Abstiegszone" erreicht habe und im EU-Vergleich nun jedes Jahr um einen Platz nach hinten rücke. Kronberger hofft, dass die österreichische Transitniederlage zu mehr Kohärenz und Einigkeit in der österreichischen EU-Politik führen wird.

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