"profil": Gorbach gesteht Fehler in der Transitpolitik zu

Vizekanzler konstatiert mangelhaftes Lobbying Österreichs in Brüssel - Kritik auch an der eigenen Partei - Drohungen mit Veto "bisher nicht sehr erfolgreich"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" gesteht Vizekanzler und Infrastrukturminister Hubert Gorbach Fehler bei der österreichischen Transitpolitik zu: "Wir haben zu spät erkannt, wie Lobbying in der EU abläuft. Dass man sich rechtzeitig Freunde suchen muss, dass man Deals ausmachen muss, nach dem Motto: Ich stimme dir da zu, du stimmst mit dort zu."

Der Vizekanzler übt in diesem Zusammenhang auch Kritik an seiner eigenen Partei: "Bisher sind wir mit der so genannten Veto-Politik nicht sehr erfolgreich unterwegs gewesen, ob das nun die Atomkraft oder die Benes-Dekrete betrifft."

In Hinkuft sei es wichtig, dass Österreich gegenüber der EU eine gemeinsame Linie vertrete: "Es kann nicht so sein, dass ich in Brüssel vorspreche und den LKW-Verkehr reduzieren will und der Vertreter der österreichischen Wirtschaft sagt dann: Nicht zuviel reduzieren, weil der freie Warenverkehr ist ja auch sehr wichtig", so Gorbach.

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