Wissen beugt ungewollten Schwangerschaften vor

Wien (OTS) - Ungewollte Schwangerschaft ist im Teenageralter eine schwere seelische Belastung und für viele Mädchen ein unlösbarer Konflikt. Aus Angst, Scham, Schuldgefühlen und Unkenntnis wird eine Schwangerschaft zu spät registriert, ein/e ÄrztIn oder eine Beratung zu spät oder gar nicht aufgesucht. Minderjährige schwangere Mütter leben in einer risikoreichen und problematischen Situation, die Folgen sind überwiegend: abgebrochene Ausbildung und damit auch wenig berufliche Perspektiven, durch die fehlende ökonomische Basis ein Leben in Abhängigkeitsverhältnissen und sie haben es schwerer als andere Personen eine Wohnung zu finden und den praktischen Alltag -neben einer perspektivenschaffenden Ausbildung - zu bewältigen. Zusätzlich führen fehlende positive Zukunftsperspektiven und Überforderung zu Depressionen. Junge Mädchen zählen zur Risikogruppe von Kindesweglegungen.

Nur fünf Prozent der österreichischen Jugendlichen geben in der aktuellen Durex-Studie an, dass Lehrer eine hilfreiche Informationsquelle in puncto Sexualaufklärung sind. 26 Prozent der Jugendlichen vertrauen mehr auf Freunde, 33 Prozent der jungen Menschen holen sich Informationen aus Zeitschriften.
"Es sollen daher nach dem Peer Education Konzept junge Medizin- und Psychologiestudenten mit spezieller Ausbildung in Kooperation mit den Schulen engmaschiger zum Einsatz kommen. Unter fast Gleichaltrigen spricht es sich bekanntlich leichter", so Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann.

Doch nicht nur fehlende Aufklärung führt zu ungewollten Schwangerschaften, denn der Zugang zu "medizinischen" Verhütungsmitteln wird jungen Menschen in Österreich nicht gerade leicht gemacht und die anfallenden Kosten stellen eine weiter Hürde dar. So brauchen junge Mädchen einen Krankenschein, den sie nur über die Eltern beziehen können, um sich für die Pille bei Arzt/Ärztin ein Rezept ausstellen lassen zu können, mit dem sie sich danach die Pille in einer Apotheke besorgen müssen. "Hürden" sind nicht nur ein relativ langer Weg, um an ein Verhütungsmittel ran zu kommen, Vorraussetzung sind auch verständnisvolle Eltern und ÄrztInnen, gesprächsbereite/offene Kinder (Pubertät!) und/oder großzügiges Taschengeld. Wie vielen Jugendlichen bieten sich diese Voraussetzungen?

Verhütungsverhalten

Etwa7 % der Mädchen und 11 % der Jungen verhüten beim ersten Mal nicht. Die ebenfalls sehr gefährliche Version des "Aufpassens" praktizieren weitere 5 % in beiden Gruppen. 75 % der Burschen und Mädchen verhüten mittels Kondomen, 17 % der Mädchen verhüten mittels Pille. Entsprechend einer deutschen Studie haben im Jahr 1980 noch 20% der Mädchen und 29% der Jungen beim ersten Geschlechtsverkehr kein Verhütungsmittel verwendet (Quelle: Schmid-Tannwald und Kluge, 1998 BZgA). 1998 waren es nur noch 11% der Mädchen und 16% der Jungen. Unter den gleichen Umständen verwendeten 1980 nur 32% der Mädchen und 28% der Jungen ein Kondom, 1998 waren es bei beiden Geschlechtern mehr als doppelt so viele (68% bzw. 55%).

Teenagerschwangerschaften

Etwa 70% der 14 Jährigen und knapp die Hälfte der 16-jährigen Mädchen bezeichnen eine mögliche Schwangerschaft als Katastrophe (Quelle: Schmid-Tannwald und Kluge, 1998 BZgA).
Die Anzahl der Teenagermütter in Wien ist im Vergleich zum Vorjahr leicht steigend. Im Jahr 2001 brachten von den unter 20-jährigen Frauen 791 ein Kind zur Welt, im Jahr darauf waren es 852. Ebenso lässt sich feststellen, dass die Mütter etwas jünger wurden. Waren 2000 zwanzig Mütter 15 bis 16 Jahre alt, waren 2002 dann 29 Mütter in diesem Alter.

Wien setzt Maßnahmen

Das wichtigste Anliegen muss es uns daher sein, den Jugendlichen mehr Wissen und Diskussionsmöglichkeiten zur Sexualität zu bieten, um ungewollten Schwangerschaften vorzubeugen. Wien will flächendeckende sexualpädagogische Maßnahmen in der Schule setzen. (Schluss) vim

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