Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank vom 28.11.2003

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt.Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 28.Nov.03 1,197 2,16% 4,45% 1485,2 3719,7 9779,6 21.Nov.03 1,188 2,15% 4,34% 1448,4 3648,8 9619,4 Veränderung -0,79% 0,01%Pkt 0,11%Pkt 2,54% 1,94% 1,66%

Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Wirtschaftsdaten fielen wieder mehrheitlich gut aus. Das US-BIP-Wachstum wurde für das dritte Quartal von auf das Jahr hochgerechneten 7,2 Prozent Q/Q nach einer zweiten Schätzung auf 8,2 Prozent Q/Q (Q2: 3,3% Q/Q) hinaufrevidiert. Damit ist die US-Wirtschaft so stark gewachsen, wie seit dem ersten Quartal 1984 nicht mehr. Das Wachstum der Unternehmensinvestitionen beschleunigte sich in Q3 mit einer annualisierten Rate von 14 Prozent Q/Q (Q2: 7,3 % Q/Q). Vor allem dank der Steuererleichterungen der US-Regierung legten die Verbraucherausgaben im selben Quartal mit einer annualisierten Rate von 6,4 Prozent Q/Q (Q2: 3,8 % Q/Q) zu. Aufgrund verbesserter Aussichten am Arbeitsmarkt stieg das US-Verbrauchervertrauen im November auf 91,7 (Oktober: 81,7) Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 14 Monaten. Die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter, die einen wichtigen Indikator für die Investitionstätigkeit darstellen, stiegen im Oktober um beachtliche 3,3 Prozent M/M (September: 2,1% M/M). Eine deutliche Geschäftsbelebung signalisiert auch der deutliche Anstieg des Chicagoer Einkaufsmanagerindex, der im November mit 64,1 Punke auf den höchsten Stand seit fast neun Jahren stieg. In Deutschland hat sich die Stimmung in der Wirtschaft im November gemäß dem neuesten IFO Index weiter aufgehellt.

Nach wie vor scheint die Stimmung gegen den US-Dollar gerichtet zu sein. Trotz der guten Wirtschaftsdaten der vergangenen Woche, vor allem aus den USA, hat die US-Währung in diesem Zeitraum weiter an Boden gegenüber dem Euro verloren. Der Grund für die Schwäche des US-Dollars bei guten Wirtschaftsdaten liegt vorwiegend darin, dass der Markt den leistungsbilanzausweitenden Effekt eines höheren Wirtschaftswachstums höher bewertet, als die guten Wirtschaftsdaten selbst. Zusätzlich leidet der Dollar unter dem jüngst gestiegenen US-Protektionismus und den geopolitischen Unsicherheiten. In diesem Umfeld fiel der Dollar im Verhältnis zum Euro in der vergangenen Woche auf ein Rekordtief von 1,1989. Auf Wochensicht erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung bei zwischenzeitlichem Test der Marke von 1,20.

Die Euroland-Geldmarktzinsen haben sich in der letzten Woche nur geringfügig verändert. In der nächsten Woche steht in der Eurozone die nächste Zinsentscheidung der EZB auf dem Programm. Wir erwarten unveränderte Leitzinsen und damit auch wenig Veränderung bei den Geldmarktzinsen. Die Anleiherenditen sind in Euroland in der vergangenen Woche aufgrund der nachlassenden Wirkung der jüngsten Terroranschläge und der Diskussionen um den Stabilitäts- und Wachstumspakt wieder angestiegen. Auf Sicht von einer Woche sollten sich die Renditen auf diesem Niveau halten.

Aufgrund weitgehend fehlenden Vorgaben aus den USA wegen des Thanksgiving-Feiertages (Erntedankfest) vom Donnerstag und belastender Effekte aufgrund des jüngsten Euro-Anstiegs konnten die meisten europäischen Aktienmärkte in der letzten Woche nur leicht zulegen. Freundlich präsentierte sich der ATX, der aktuell ein neues Fünfjahreshoch notiert. Mit weiterhin guten Wirtschaftsdaten sollte auch das Umfeld für die Aktienmärkte freundlich bleiben.

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