Wien braucht 300 zusätzliche Pflichtschullehrer

Misswirtschaft im Bund darf nicht zu Lasten der Wiener Kinder gehen

Wien (OTS) - "Keine Frage, dass die derzeitige Situation an
unseren Schulen aufgrund der wienfeindlichen Haltung des Bundes keineswegs erfreulich ist. Niemand mit gesundem Menschenverstand hätte - so wie es der Bund getan hat - ein Gesetz erlassen, das es über 1.000 LehrerInnen mitten im Schuljahr ermöglicht, in den Ruhestand zu gehen. Die Folge dieser Fehlplanung des Bundes ist, dass nun mit 1. Dezember das Schuljahr quasi neu beginnt. Dies geht vor allem zu Lasten der SchülerInnen", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl heute fest.

"Trotz dieser furchtbaren Rahmenbedingungen ist es uns - das steht heute bereits fest - gelungen, dass jede Schulklasse am Montag, dem 1. Dezember, ihren Lehrer hat - 'normale Verhinderungen' wie Erkrankungen oder ähnliches ausgenommen - und ordentlich unterrichtet wird. Darüber hinaus haben wir sicherstellen können, dass auch nach dem 1. Dezember jede Integrationsklasse erhalten und mit einem zweiten Lehrer besetzt bleibt. Überdies: Auch im so wichtigen Bereich des bilingualen Unterrichts oder beim Teamteaching in den KMS sowie in anderen Bereichen bleiben die über Jahre entwickelten Modelle aufrecht", so Brandsteidl.

"Doch obgleich der 1. Dezember somit 'gesichert' ist: Die ganze derzeitige Debatte über die Personalsituation an den Schulen - nicht nur in Wien, sondern in nahezu Gesamt-Österreich hat noch eine weitergehende Dimension: So führt die vom Bund brutal exekutierte Stellenplan-Politik dazu, dass keinerlei Rücksicht auf regionale, im konkreten Fall Wiens ballungsraumspezifische Rahmenbedingungen, genommen wird. So ist es Tatsache, dass etwa im Bereich Integration der Bedarf in Wien ein weitaus größerer als in anderen Bundesländern ist. Diesen größeren Bedarf - Vergleichzahlen: Wien 626 Integrationsklassen, Salzburg 50 Integrationsklassen oder Wien 1398 Ganztagsgruppen, 'Rest-Österreich' 57 Ganztagsgruppen - nicht mit zusätzlichen Ressourcen abzudecken, zeigt, dass dem Bund nicht am Wohl der Wiener Kinder gelegen ist", so die Stadtschulratspräsidentin.

Brandsteidl abschließend: "Es ist ein gutes Zeichen, dass alle in Wien vertretenen Parteien - von der ÖVP über die SPÖ bis zu den Grünen - sich für zusätzliche Lehrerstellen aussprechen, denn unsere SchülerInnen dürfen keinesfalls zum Spielball eines parteipolitischen Hick-Hack werden. Ich wünsche mir, dass nun endlich auch im Bund ein Umdenken einsetzt und die für unsere Kinder so dringend benötigten 300 zusätzlichen Pflichtschullehrerstellen genehmigt werden." (Schluss) ssr

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