Wasserwirtschaft im Ländervergleich

LH Sausgruber: Öffentliche Wasserversorgung der richtige Weg

Wien/Bregenz (VLK) – Die Qualität des Trinkwassersystems
und der Abwasserreinigung in Österreich braucht den
internationalen Vergleich nicht zu scheuen: Dies wird durch
eine vom Österreichischen Städtebund in Auftrag gegebene
Studie belegt. Dabei wird auch festgehalten, dass eine Liberalisierung im Wassersektor nicht automatisch zu mehr
Effizienz und niedrigeren Wasserpreisen führt.
Landeshauptmann Herbert Sausgruber sieht darin eine
Bestätigung der Vorarlberger Position: "Die Entscheidung
über die Art der Dienstleistungserbringung soll auch
weiterhin in der Hand der Länder und Kommunen bleiben und
nicht auf europäischer Ebene geregelt werden". ****

Im Rahmen der Studie wurden insbesondere zwei Aspekte
genauer untersucht: Die Qualität des Trinkwassersystems und
die Qualität der Abwasserreinigung. Die Leitungsverluste,
die als Messgröße für die Qualität des Trinkwassernetzes
gelten, sind in Österreich mit 9,5 Prozent am geringsten (Frankreich 30 Prozent, England und Wales 22 Prozent).

Auch der Anschlussgrad an das öffentliche Kanalnetz
verbunden mit der hohen Qualität moderner Kläranlagen zeigt günstige Werte für Österreich: Zwar liegt der Anschlussgrad
in England und Wales bei 96 Prozent (Österreich und
Frankreich 86 Prozent), in Frankreich, England und Wales
werden allerdings zehn Prozent aller gesammelten Abwässer
ohne Reinigung direkt in die Gewässer eingeleitet. Dazu LH Sausgruber: "Vorarlberg erreicht mit 93 Prozent
Anschlussgrad einen Spitzenwert".

Kleinräumige Strukturen am günstigsten

Auch die These, dass größere Einheiten effizenter
arbeiten und günstigere Wasserpreise anbieten, wird nicht bestätigt: Seit Jahren liegen die Wasserpreise in
Frankreich bei privaten Versorgern höher als bei
öffentlichen, bei der Arbeitsproduktivität (1000 Kubikmeter Trinkwasser bzw. Abwasser je Beschäftigtem) liegt
Österreich mit seinen kleinräumigen Strukturen am
günstigsten. "An diesem eigenständigen Weg werden wir auch
in Zukunft festhalten und Zentralisierungsbestrebungen auf EU-Kommissionsebene entschieden entgegen treten", betont Landeshauptmann Sausgruber abschließend.

Studie

Die Studie vergleicht anhand der natürlichen und siedlungsgeographischen, der rechtlichen und
ordnungspolitischen Rahmenbedingungen die ökonomischen,
sozialen und ökologischen Aspekte der
Siedlungswasserwirtschaft in Österreich, England (mit
Wales) und Frankreich. Sie wurde vom Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik der Technischen Universität Wien und von Ecologic – Institut für
Internationale und Europäische Umweltpolitik, Berlin und
Brüssel – durchgeführt. Weitere Informationen sind im
Internet unter www.staedtebund.at erhältlich.
(tm,nvl)

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