Bundesarbeitskammer: Reform der Lehrausbildung überfällig - (4)

12.000 Jugendliche ohne Lehrplatz im Betrieb - Lehrausbildung muss rasch reformiert weden, verlangen alle AK-Fraktionen gemeinsam

Linz (AK) - Einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben und mehr Lehrplätze in Stiftungen und Lehrgängen: Das verlangen bei der Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in Linz alle Fraktionen einstimmig von der Regierung. Der Lehrstellenmangel ist dramatisch, 12.000 Jugendliche fanden heuer keinen Lehrplatz im Betrieb, trotz finanzieller Zuwendungen für Lehrbetriebe nimmt die Wirtschaft immer weniger Lehrlinge auf, sind sich die Fraktionen einig in ihrer Kritik an den Zuständen am Lehrstellenmarkt. Sie verlangen eine Strukturreform der Lehrausbildung, damit alle Jugendlichen die Ausbildung bekommen, die sie wollen und brauchen. Dazu sei der Lastenausgleich ebenso nötig wie überbetriebliche selbstständige Ausbildungseinrichtungen, die in high tech Berufen ausbilden. Weiters verlangt die Hauptversammlung einstimmig mehr Qualität in der Ausbildung, etwa durch Gruppenlehrberufe oder durch "triale Ausbildung" in mehreren Betrieben und überbetrieblichen Einrichtungen gemeinsam.

Durch den dramatischen Lehrstellenmangel sei es für Jugendliche "schwerer bis unmöglich geworden, eine Lehrstelle in ihrem Wunschberuf zu finden", kritisiert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen, vor allem im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie würde nur ein Bruchteil der benötigten Lehrstellen angeboten. Deshalb fordert die Hauptversammlung einstimmig eine Strukturreform der Lehrausbildung:

+ Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen: Zusammen mit öffentlichen Mitteln soll dadurch die betriebliche und überbetriebliche Ausbildung in Lehrberufen mit Zukunft gefördert werden. Als positives Beispiel dafür sieht die Hauptversammlung das Vorarlberger Modell der Metall- und Elektroindustrie.

+ Besondere selbstständige Ausbildungseinrichten und Lehrgänge:
Sie sollen Ausbildung in high tech Berufen bieten, in denen die Betriebe zu wenig ausbilden. Genutzt werden sollen auch freie Plätze in Lehrwerkstätten.

+ Für mehr Qualität in der Lehrausbildung fordert die Vollversammlung Gruppenlehrberufe; "triale" gemeinsame Ausbildung in Betrieben, überbetrieblichen Einrichtungen und Berufsschule; Ausbildung der AusbildnerInnen; regelmäßige Überprüfung der Ausbildungsstandards in den Lehrbetrieben.

+ Und die Berufsschulen sollen neue Aufgaben bekommen, etwa Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung und den europäischen Computerführerschein bieten.

(Forts.)

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