Drei Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen

Greenpeace: Weltklima bei COP 9 in Mailand am Prüfstand

Wien (OTS) - Vom 1. bis 12. Dezember werden sich die
Vertragsstaaten der UN-Konvention zum globalen Klimawandel (UNFCCC) zur 9. Folgekonferenz in Mailand treffen. Ihr Ziel ist die Stabilisierung der Treibhausgase in der Atmosphäre. Nach den neuesten Erkenntnissen der Klimaforschung wird sich die Erdatmosphäre noch schneller erwärmen als in den letzten Jahren vermutet. Das würde bedeuten, dass die Vereinbarungen, die 1997 im Kyoto-Protokoll getroffen worden sind, nicht ausreichen werden, um den Klimawandel zu verhindern. Greenpeace befürchtet, dass mehr als drei Milliarden Menschen durch die Auswirkungen des Treibhauseffekts von Wasserknappheit betroffen werden könnten. "Russland muss endlich das Protokoll unterschreiben oder Präsident Putin macht sich mitschuldig an den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels unter dem die kommenden Generationen zu leiden haben werden", warnt Greenpeace-Klima-Experte Erwin Mayer.

Der jüngste Bericht des "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC) liefert dramatische Prognosen: Das arktische Eis - vor allem der Eispanzer in Grönland - droht zu schmelzen. Die Prognosen zum weltweiten Temperaturanstieg mussten von 1 bis 3,5 Grad auf 1,4 bis 5,8 Grad revidiert werden. Durch die weltweiten Auswirkungen dieser Entwicklung - so schätzt das IPCC - werden weitere 300 Millionen Menschen durch die Ausbreitung der Malaria gefährdet. 50 bis 120 Millionen Menschen wären zusätzlich von Hungerkatastrophen bedroht. Für 100 Millionen Menschen steigt das Risiko, dass ihre Regionen überflutet werden. Durch das Steigen des Meeresspiegels kommt es außerdem zu gravierenden Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Das Trinkwasser von mehr als drei Milliarden Menschen wäre dadurch in Gefahr. Dadurch wird auch die Getreideproduktion erheblich eingeschränkt. Die weiteren politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Entwicklung sind noch nicht abzuschätzen.

Das Kyoto-Protokoll von 1997 schreibt die verbindliche Reduktion der Treibhausgase von fünf Prozent in den Jahren 2008 bis 2012 unter dem Niveau von 1990 fest. 84 Staaten haben damals das Protokoll unterzeichnet. Inzwischen haben 120 Staaten das Protokoll ratifiziert oder sind beigetreten. Die USA sind seit der Bush-Administration aus dem Protokoll ausgetreten und es gibt derzeit keine Hoffnung, dass die USA die Verpflichtungen des Protokolls anerkennen, solange George Bush Präsident ist. Damit das Protokoll in Kraft treten kann, ist nur mehr die Ratifizierung Russlands notwendig. Doch Präsident Putin will noch die Parlamentswahlen im Dezember und die Präsidentenwahl im März 2004 abwarten, bevor Russland das Protokoll ratifiziert. Greenpeace kritisiert, dass das Weltklima und die Zukunft der kommenden Generationen vom Machtanspruch nur eines Mannes abhängen. Die Umweltorganisation fordert daher Präsident Putin zur sofortigen Ratifizierung des Kyoto-Protokolls auf.

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