Teure Gewinnversprechen

AKNÖ-Präsident Staudinger warnt davor Daten wie Kontonummer und Bankleitzahl an Dritte weiterzugeben.

Wien (AKNÖ) - Immer raffinierter werden die Methoden von skrupellosen Geschäftemachern, wenn es darum geht, an das Geld der Konsumenten zu kommen. So beschweren sich seit Tagen zig Verbraucher bei den Konsumentenschützern der NÖ Arbeiterkammer über die Firma „P.V.G. Global Lotto Systems“ mit Sitz in Kitzbühel. Der Grund: Nach Meinung der Betroffenen hat dieses Unternehmen unter falschen Voraussetzungen heikle Daten wie Kontonummer und Bankleitzahl herausgelockt.

64 Euro abgebucht ohne Einziehungsauftrag

Wie geht „P.V.G. Global Lotto Systems“ vor? Auf großen Messen bekommen die Verbraucher einen Gutschein für ein Gratislos in die Hand gedrückt. In Aussicht gestellt werden verschiedene Gewinne wie ein Wellness-Wochenende, Lottogutscheine, Städtereisen oder Digitalkameras. Wird der Gutschein dann auf dem Stand eingelöst, müssen sie ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse bekannt geben. Einige Wochen später bekommen die „glücklichen Gewinner“ einen Anruf von einem Callcenter. Die freudige Nachricht:
Sie haben gewonnen! Um den Gewinn zu erhalten, müssen die Konsumenten ihre Kontonummer und ihre Bankleitzahl bekannt geben. „Hier sollten das erste Mal die Alarmglocken läuten, denn warum müssen die Verbraucher diese Daten bekannt geben, wenn es doch nur Sachgüter zu gewinnen gibt.“, fragt AKNÖ-Konsumentenschützer Günther La Garde. Im weiteren Verlauf des Telefonats wird ihnen das Spielsystem von Global Lotto Systems vorgestellt. Einige Zeit später erhalten die Verbraucher dann Post: Unter anderem gilt es ein Schreiben zu unterfertigen, in dem ihre Kontonummer und Bankleitzahl bereits ausgefüllt sind. „Das ist der Moment, in dem die Konsumenten dann hellhörig werden. Hier werden sie nach ihrer Meinung auch das erste Mal darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich zur Teilnahme an „Global Lotto Systems“ bereit erklären und einer dreimaligen Abbuchung eines Spielbetrages von 64 Euro zustimmen“, fasst Konsumentenschützer Günther La Garde die Berichte der enttäuschten Konsumenten zusammen. Viele sehen sich dann ihre Kontoauszüge genauer an und müssen feststellen, dass die Firma „P.V.G. Global Lotto Systems“ bereits den Betrag von 64 Euro vom Konto abgebucht hatte. Und das ohne eine schriftliche Einverständniserklärung bzw. ohne schriftlichen Einziehungsauftrag der betroffenen Verbraucher. Vielfach wurden die 64 Euro schon zum zweiten Mal vom Konto abgebucht. Hier gilt es schnell zu handeln: Wurde Geld unrechtmäßig abgebucht, dann haben Verbraucher die Möglichkeit, dieses innerhalb von 42 Tagen von dem eigenen Kreditinstitut wieder zurückholen zu lassen.

Sparsamer Umgang mit persönlichen Daten

Für AKNÖ-Präsident Josef Staudinger ist das Vorgehen dieses Unternehmens ein Skandal: „In der letzten Zeit haben wir die Verbraucher in Österreich ja vermehrt vor dubiosen Unternehmen gewarnt, die auf vielfältige Art und Weise versuchen, an das Geld der Konsumenten zu kommen. Auch wenn die Argumentation des Unternehmens plausibel klingt, soll man sich davon nicht blenden lassen.“ Treten die „Gewinner“ nach Rücksprache der AK-Konsumentenschutzexperten von der Gewinnanforderung zurück, dann erklärt sich das Unternehmen widerstandslos dazu bereit, hält aber schriftlich fest: „Mit Ihrer Unterschrift haben Sie sich bereit erklärt, dass wir Sie über weitere Angebote unseres Unternehmens auch telefonisch informieren dürfen. Auf Grund dieser Einverständniserklärung wurden Sie von unserem Call Center in Eisenstadt kontaktiert. Im Zuge dieses Gespräches erklärten Sie sich zu einer Teilnahme an unserem Global Lotto System bereit und gaben eine Kontoverbindung zur Abbuchung des Spielbetrages in der Höhe von 64 Euro bekannt.“

La Garde stellt die Argumentation von „P.V.G. Global Lotto Systems“ in Frage: „Die Konsumenten, die bei uns angerufen haben, haben alle übereinstimmend erzählt, dass ihnen ein Gewinn versprochen wurde und dass sie deshalb ihre Kontonummer bekannt gegeben haben. Es erscheint mir ein wenig seltsam, dass all diese Konsumenten etwas Falsches verstanden haben sollen.“ Außerdem kritisiert der Konsumentenschützer, dass die Banken ohne etwas Schriftliches in den Händen zu haben, Geld vom Konto ihrer Kunden abgebucht haben. Ein Grund für die AK-Experten zu recherchieren: Nach § 38 Bankwesengesetz muss ein Kunde ausdrücklich und schriftlich der Offenbarung zustimmen. Allerdings kann ein Unternehmen bei der Bank einen Antrag stellen, dass es sich von Konten, deren Kontonummer ihm bekannt sind, Beträge einziehen kann. Die Geldinstitute überprüfen in diesen Fällen nicht, ob das Unternehmen auch wirklich eine Einziehungsermächtigung aufliegen hat. Gleichzeitig verpflichtet sich das Unternehmen keine Unregelmäßigkeiten durchzuführen. Mit dieser Vereinbarung ist die Verantwortung weg von den Banken, während Unternehmen, die diese Situation zu ihren Gunsten auszunützen wissen, Tür und Tor geöffnet wird.

AKNÖ-Präsident Staudinger hält abschließend fest: „ Ich rate zu absoluter Vorsicht, wenn jemand so heikle Daten wie Ihre Kontonummer und Bankleitzahl in Erfahrung bringen will. Gehen Sie prinzipiell sorgsam mit der Bekanntgabe Ihrer Daten um! Denn wie dieses Beispiel zeigt, kann sich statt des erhofften Gewinnes auf Ihrem Konto ein unerwarteter Fehlbetrag finden“

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