Gackern hinter Gittern

VIER PFOTEN: Schüssels Tierschutz-Entwurf macht Legebatterien wieder salonfähig

Wien (OTS) - VIER PFOTEN haben mit einer Käfig-Protest-Aktion vor dem Parlament ihrem Unmut Luft gemacht. "Wenn es nach dem Willen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel geht, gackern demnächst wieder mehr Hühner hinter Gittern. Käfighaltern in ganz Österreich stehen Stalltür und Tor offen, Legebatterien werden auch in den Bundesländern wieder salonfähig gemacht, die den Ausstieg bereits geschafft haben", erläutert Kampagnenleiter Mag. Andreas Sax den Hintergrund der Aktion.

Die ÖVP-Latte für den Tierschutz wird so nieder angelegt, dass die breite Masse der Tiere auf der Strecke bleibt. Ein Beweis dafür sind die geplanten Verordnungsermächtigungen. Damit wird den zuständigen Ministern ein Persilschein abseits der parlamentarischen Öffentlichkeit ausgestellt, der sie dazu ermächtigt, nach Gutdünken zu schalten und zu walten! "Und der versprochene Tierschutzbeirat hat lediglich eine Alibifunktion. Ein Vertreter, der für alle Tierschutzorganisationen sprechen soll, steht dort zehn Vertretern der Agrarlobby gegenüber. Zu wessen Gunsten die Entscheidungen ausfallen werden, lässt sich auch ohne hellseherische Fähigkeiten eindeutig vorher sagen ", lautet die VIER PFOTEN Kritik.

Die Ankündigung des Bundeskanzlers, Strafen für nicht artgerechte Behandlung von Tieren auf 15.000 Euro anzuheben, ist zwar grundsätzlich erfreulich, geht aber an der gelebten Praxis vorbei. "Wo kein Kläger, da kein Richter! Tiere haben nun einmal keine eigene Stimme, die sie bei Polizei oder Amtstierarzt erheben können. Wie viele nicht artgerechte Behandlungen von Tieren tatsächlich zur Anzeige kommen, ist nicht verifizierbar! Denn jede Bezirkshauptmannschaft führt eine eigene Statistik, die aber nicht bundesweit zusammen geführt wird. Daher gibt es bis heute keine offiziellen Zahlen zu diesem Thema", bemängelt Sax.

VIER PFOTEN fordern Bundeskanzler Schüssel und die ÖVP auf, den Gesetzesentwurf zu überarbeiten und an das jeweils höchste Tierschutzniveau der Bundesländergesetze anzupassen. Außerdem müssen alle Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens umgesetzt und unabhängige und effiziente Kontrollsysteme eingesetzt werden. Erst dann kann vom modernsten Tierschutzgesetz Europas gesprochen werden.

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