AK-Test Fertiggerichte: Wer's eilig hat, wird leichter dick

Angaben sind unzuverlässig - Produkte sind zu salzig - AK fordert verlässliche Nährwertangaben und mehr Kontrollen

Wien (AK) - Für die schnelle Küche sind Fertiggerichte ideal. Ein AK-Test zeigt aber ein unerfreuliches Ergebnis: Die Angaben auf den Fertiggerichten sind unzuverlässig - zwei Drittel der Produkte enthalten mehr Kalorien als angegeben, die Fettangaben stimmen auch nicht, einzig die Eiweißangaben sind verlässlicher. Außerdem sind die Produkte zu salzig. Die AK fordert: Die Nährwertangaben müssen verlässlich sein und dürfen nicht zu stark abweichen. Außerdem muss die amtliche Lebensmittaufsicht die Nährwertkennzeichnung verstärkt kontrollieren.

Die AK hat 21 Fertiggerichte im September in Wiener Supermärkten eingekauft. Das Labor des Instituts für Ernährungswissenschaften der Uni Wien hat die Nährstoffgehalte analysiert, um festzustellen, wie verlässlich die Angaben auf den Verpackungen sind.

Der AK-Test zeigt: Die Angaben sind unzuverlässig und haben für Verbraucher daher keinen Wert, sagen die AK-Konsumentenschützer. Zwei Drittel der Produkte enthalten nämlich mehr Kalorien als angegeben, bei jedem vierten ist die tatsächliche Kalorienmenge zumindest doppelt so hoch wie die angegebene. Von den Produkten, die eine Mahlzeit ersetzen sollen, hat jedes dritte für ein Mittagessen einen zu hohen Kaloriengehalt und für ein Abendessen sind zwei von drei zu üppig.

Auch die Fettangaben weichen bei zwei Drittel der Produkte zumindest um 25 Prozent vom angegebenen Wert ab. Nur ein Produkt ist auffallend fetter als angegeben, die überwiegende Zahl enthält deutlich weniger Fett als angeführt. Das ist aus ernährungsphysiologischer Sicht gut, die nicht nutzbaren Angaben sind trotzdem unbefriedigend.

Die Eiweißangaben sind verlässlicher: Ein gutes Viertel enthält auffallend weniger Eiweiß als angegebenen.

Die AK-Konsumentenschützer vermuten, dass sich das Missverhältnis "mehr Kalorien, aber weniger Fett und weniger Eiweiß" durch den verstärkten Einsatz von (billigeren) stärkehältigen Zutaten erklären lässt.

Kritisiert wird von der AK auch, dass die Produkte durchwegs sehr salzreich sind. Jedes zweite liefert bereits zumindest die Hälfte der aus gesundheitlicher Sicht täglich duldbare Kochsalzmenge. Bei jenen Produkte, die als Mahlzeitenersatz eingesetzt werden, decken vier von zehn mehr als 80 Prozent der Tagessalzmenge ab. Auf Grund der Salzgehalte anderer wertvoller Lebensmittel, wie Brot oder Käse, die im täglichen Ernährungsplan nicht fehlen sollten, wäre eine Verringerung des Salzgehaltes nötig, so die AK.

Die AK ist mit den Ergebnissen unzufrieden und fordert verlässliche Nährwertangaben. Außerdem muss in der Näherwertkennzeichnungsverordnung verbindlich festgelegt werden, dass die Nährwertangaben nicht mehr als 10 bis 25 Prozent (je nach Menge des Nährstoffs) abweichen dürfen. Nur so ist die Kennzeichnung verlässlich. Die amtliche Lebensmittelaufsicht muss die Nährwertkennzeichnung verstärkt kontrollierten.

SERVICE: Die Erhebung finden Sie unter www.konsumentenschutz.at.

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