Rieder präsentiert Fahrgastbeirat der Wiener Linien

Prof. Knoflacher Vorsitzender und Beiratssprecher Mitglieder für Fahrgastbeirat ab sofort gesucht, Info unter 7909/100

Wien (OTS) - "Mit dem neuen Fahrgastbeirat der Wiener Linien
setzen wir einen weiteren Schritt zur Qualitätssteigerung im öffentlichen Verkehr und bieten für unsere Kunden eine Plattform mit direktem Kontakt zum Unternehmen, erklärte Finanz- und Wirtschaftstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder bei einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Dipl.-Ing. Günther Grois, Direktor der Wiener Linien, und dem renommierten Verkehrsexperten Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hermann Knoflacher, der als Vorsitzender und Sprecher des neuen Fahrgastbeirates gewonnen werden konnte.

Pro Jahr sind rund 720 Millionen Fahrgäste mit den Wiener Linien unterwegs. Sie schätzen schon heute die Qualität des integrierten öffentlichen Verkehrssystems der Wiener Linien, das aus U-Bahn, Straßenbahn und Autobus besteht. Das zeigen auch die regelmäßigen Umfragen unabhängiger Markt- und Meinungsforschungsinstitute. So zum Beispiel des Instituts Socialdata. Demnach beurteilen 92 Prozent der Befragten die Qualität der Dienstleistung der Wiener Linien als positiv. Auch im internationalen Städtevergleich schneiden die Wiener Linien hervorragend ab, wie jene internationale Bench-Marketing Studie zeigt, welche die öffentlichen Verkehrsysteme der Städte Wien, München, Turin, Barcelona, Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Helsinki unter die Lupe genommen hat. Das Ergebnis: Wien belegte in den Kategorien Sicherheit und Information den ersten Platz.

Qualitätsvorsprung weiter ausbauen

"Mit dem neuen Fahrgastbeirat wollen wir diesen Qualitätsvorsprung nicht nur sichern, sondern noch weiter ausbauen. Im Beirat vorgesehen sind 16 Mitglieder, die den Querschnitt aller Kundengruppen der Wiener-Linien repräsentieren. Das neue Kundenserviceinstrument ist aber noch viel mehr als nur ein klassisches Instrument des Beschwerdemanagements. Wir wollen von den Erfahrungen, Beobachtungen und Erlebnissen der 16 Alltagsexperten profitieren. Sie sollen in viele neue Ideen und Vorschläge zur Qualitätssteigerung münden. Ich bin überzeugt, dass dieses Konzept erfolgreich sein wird, denn es ist uns gelungen, einen der besten heimischen Verkehrsexperten, Professor Hermann Knoflacher, für die Leitung des Fahrgastbeirates zu gewinnen. Professor Knoflacher ist einer der wenigen Verkehrsplaner, die den Menschen als Benützer öffentlicher Verkehrsmittel, als Fußgänger oder als Radfahrer in das Zentrum ihrer Überlegungen stellen", so Rieder weiter.

Für und um den Fahrgast werben

"Mit dem Fahrgastbeirat wollen wir auch das Bewusstsein verstärken, wie groß die Bedeutung der Fahrgäste von öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt ist. Wir wollen für die Fahrgäste und ihre Anliegen werben und ihnen mehr Gewicht und Raum in der öffentlichen Meinung und den Medien verschaffen. Denn sie legen genauso viele Kilometer zurück, wie die Autofahrer in der Stadt, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Sie fahren umweltfreundlich, verursachen kaum Unfälle und verbrauchen viel weniger wertvolle Stadtflächen", erklärt Professor Knoflacher eines der wichtigsten Ziele des Beirates.

Der Fahrgastbeirat sei keine Spielerei, er habe für die Wiener Linien eine besondere Bedeutung, betont Dipl.-Ing. Günther Grois,

Direktor der Wiener Linien. "Der Beirat hat das Recht, Anträge an die Wiener Linien zu richten, die dann auch verpflichtend behandelt werden müssen".

Interessenten für den Fahrgastbeirat können sich bis 23. Dezember melden

Der Fahrgastbeirat wird aus insgesamt 16 Mitgliedern bestehen. Die Mitglieder im Beirat werden einen Querschnitt aller Fahrgast- und Bevölkerungsgruppen repräsentieren. Deshalb werden jeweils zwei Mitglieder aus folgenden Kundengruppen kommen:

o SchülerInnen oder Eltern
o 19-25jährige Erwerbstätige
o 19-25jährige SchülerInnen/StudentInnen
o 26-60jährige Erwerbstätige
o 26-60jährige nicht Erwerbstätige
o SeniorInnen ab 60
o Nicht-Nutzer des öffentlichen Verkehrs
o Fahrgäste mit Handicaps

Alle WienerInnen, die aktiv im Fahrgastbeirat mitarbeiten wollen, können sich ab sofort bis 23. Dezember 2003 bei den Wiener Linien bewerben. Die Bewerbungsunterlagen können telefonisch unter der Nummer 79 09-100 oder via Telefax (79 09-43109) bzw. auch schriftlich bei den Wiener Linien, Kennwort Fahrgastbeirat, Erdbergstraße 202, A-1031 Wien angefordert werden. Infos sowie die Unterlagen stehen auch auf der Homepage der Wiener Linien http://www.wienerlinien.at als Download bereit.

Auswahl der Beiräte ab Jänner, erste Beiratssitzung im März 2004

Aus den eingelangten Bewerbungen werden dann die 16 Beiräte von einem externen, unabhängigen Beratungsbüro ausgewählt. Dieses Auswahlverfahren startet im Jänner. Die erste Sitzung des Fahrgastbeirates soll im März 2004 stattfinden.

Die Mitglieder treffen einander vier bis fünf Mal jährlich. Jedes Mitglied bleibt für vier Jahre in seiner Funktion. Jedes zweite Jahr wird die Hälfte der Mitglieder ausgetauscht. So arbeiten acht neue Mitglieder immer mit acht Routiniers zusammen. Die Beiratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Verkehrsexperte Knoflacher als Vorsitzender und Sprecher

Als Vorsitzenden für den Fahrgastbeirat konnten die Wiener Linien Univ.Prof. Dr. Dipl.-Ing. Hermann Knoflacher gewinnen. Knoflacher studierte an der Technischen Hochschule Wien Bauingenieurwesen, Vermessungswesen und Mathematik. Anschließend leitete er das von ihm gegründete Institut für Verkehrswesen im Kuratorium für Verkehrssicherheit in Wien bis 1982. Seit 1963 beschäftigt er sich mit Verkehrsplanung und seit 1975 ist er Professor und Vorstand des Institutes für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der Technischen Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit bei zahlreichen internationalen Organisationen hat er 300 Artikel und mehrere Fachbücher veröffentlicht. Seit August 1993 ist er ordentliches Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Wiener Linien als Unternehmen und die Fahrgäste profitieren

Vom Fahrgastbeirat profitieren die Wiener Linien genauso wie ihre Kunden. Die Fahrgäste erhalten ein Medium, das eng mit dem Betrieb zusammen arbeitet und die Anliegen der Kunden wirksam zur richtigen Stelle im Unternehmen bringt, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Für die Wiener Linien ist der Beirat eine optimale Möglichkeit, auf konstruktive Weise mit den Kunden zu kommunizieren, um Wünsche, Anregungen und Kritiken direkt mit Betroffenen zu besprechen. Die Erfahrungen anderer Verkehrsunternehmen mit einem Fahrgastbeirat zeigen durchwegs, dass damit die Serviceangebote verbessert und die Kundenorientierung des Unternehmens erhöht werden kann.

Fahrgastbeirat nach internationalem Vorbild geplant

Der Fahrgastbeirat ist eine Form der Fahrgastbeteiligung, die es auch international bereits in einigen Ländern und Städten gibt. Um eine Übersicht über die verschiedensten Varianten und Ausprägungen von Fahrgastbeiräten in Europa und den USA zu erhalten, haben die Wiener Linien einen externen Berater mit einer entsprechenden Studie beauftragt. 24 Fahrgastbeiräte in Österreich, Deutschland, Schweden, England und den USA wurden in der Studie untersucht. Auf Basis der daraus gewonnenen Erfahrungen haben sich die Wiener Linien für ihr Modell mit 16 Mitgliedern aus allen Kundengruppen und einem Verkehrsexperten als Vorsitzenden und Sprecher entschieden.

Der Fahrgastbeirat geht auch auf eine Idee der Wiener ÖVP zurück, die sie im Rahmen der Verhandlungen über den Finanzierungsvertrag der Wiener Linien im Jahr 2001 vorgeschlagen hat.

Wiener Linien befördern rund 720 Millionen Fahrgäste pro Jahr

Die Wiener Linien sorgen mit 117 U-Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien dafür, dass die Menschen in der Stadt mobil sind. Ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz ist entscheidend für den Erfolg der Stadt Wien als Wirtschaftsstandort, als Tourismusstadt oder einfach als Stadt zum Wohlfühlen. 722 Millionen Fahrgäste waren im Jahr 2002 mit den Wiener Linien unterwegs. Die 1.184 Triebwagen, 398 Beiwagen und 496 Autobusse der Wiener Linien bieten insgesamt 226.537 Plätze zu Beförderung der Fahrgäste. Das Streckennetz ist insgesamt 920 Kilometer lang und hat 4.362 Haltestellen.

Zentrale Bedeutung haben die Wiener Linien auch als Wirtschaftsfaktor. Einmal als einer der größten Arbeitgeber mit mehr als 8.100 MitarbeiterInnen, zum anderen als Investor von jährlich hunderten Millionen Euro in den Aus- und Neubau der U-Bahn. Alleine im Jahr 2002 wurden insgesamt 300 Millionen Euro investiert und damit wesentliche Impulse für die Bauwirtschaft und die Sicherung von Arbeitsplätzen gesetzt. (Schluss) gaw

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