Gewerbliche Buchhalter beklagen "sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung"

Interessenvertretung der Berufsgruppe fordert u.a. Vertretungsbefugnis vor Behörden und ersatzlose Streichung der Wertobergrenzen

Wien (PWK 856) - In ihren Anliegen bestärkt sehen sich die heimischen Gewerblichen Buchhalter (GBH) nach dem Wirtschaftsparlament in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): Zwei Anträge von Delegierten zum Wirtschaftsparlament hatten die Berufsgruppe der Gewerblichen Buchhalter und deren Forderungen zum Inhalt, beide wurden einstimmig angenommen.

Die Gewerblichen Buchhalter kämpfen u.a. gegen ihrer Ansicht nach gleichermaßen unverständliche wie unsinnige Beschränkungen: "So darf die pagatorische Buchführung nur für Unternehmen bis zu einer bestimmten jährlichen Umsatzgrenze durchgeführt werden", so Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Bundessparte Information + Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich. Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung + Informationstechnologie (UBIT) in der WKÖ, dazu: "Alleine an der willkürlichen ziffernmäßigen, bei 726.728,24 Euro festgesetzten Grenze erkennt man die Notwendigkeit für eine Änderung." Entwickelt sich nämlich ein von einem Gewerblichen Buchhalter betreutes Unternehmen weiter, so muss der GBH derzeit sein Betreuungsmandat abgeben. "Daher wird eine ersatzlose Streichung der Wertobergrenzen gefordert", stellt Andreas Stadler, Obmann der Berufsgruppe der Gewerblichen Buchhalter im Fachverband UBIT, unmissverständlich klar.

Daneben sieht Stadler noch in weiteren Punkten Handlungsbedarf für Änderungen in der Gewerbeordnung:
- beim derzeit bestehenden Verbot zur Vertretung vor Behörden für Gewerbliche Buchhalter
- bezüglich der Erlaubnis zur Erstellung von Bilanzen auch für Gewerbliche Buchhalter (Bilanzbuchhalter)
- Zugang zu E-Government/FinanzOnline auch für Gewerbliche Buchhalter (Bilanzbuchhalter)
- bei der Verschwiegenheitspflicht sowie
- beim Zeugenentschlagungsrecht.

Siegfried Mark, der stellvertretende Obmann der Berufsgruppe Gewerbliche Buchhalter, betont, dass der Status quo eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung dar stelle, die zu einer krassen Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten der GBH führe. In mehreren derzeit noch anhängigen Beschwerden ist auch der Verfassungsgerichtshof mit den Anliegen der Gewerblichen Buchhalter befasst.

Nach jahrelangen Verhandlungen war es der Wirtschaftskammer Österreich 1999 gelungen, die Gewerbliche Buchhaltung als eigenständige unternehmerische Tätigkeit wieder in der Gewerbeordnung zu verankern. Die Berufsgruppe der GBH weist jährlich ein Wachstum von rund 20 Prozent auf. Die Gewerblichen Buchhalter sind kompetente Partner im Bereich des Rechnungswesens, die bestrebt sind, wirtschaftliche Abläufe so effizient wie möglich zu gestalten.

Der Fachverband UBIT in der WKÖ, der die Gewerblichen Buchhalter vertritt, sieht im Beschluss des Wirtschaftsparlamentes eine wesentlich Stärkung seines Anliegens im Interesse eines dynamischen Berufsstandes und aller Kunden, besonders der mittelständischen Wirtschaft und erwartet vom Gesetzgeber eine rasche Umsetzung. (JR)

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