Slowenien : Lieblingspartner Österreichs unter den EU-Kandidaten

Slowenien ist wichtigster Abnehmer für österreichische Agrar- und Lebensmittelprodukte in der Region

Wien (PWK 854) - Die bevorstehende EU-Erweiterung ist zweifelsohne der bedeutendste Schritt in der jüngsten europäischen Geschichte. Jetzt wird der Binnenmarkt mit 450 Millionen Einwohner Wirklichkeit und die Teilung Europas endgültig überwunden. Auf wirtschaftlichem Gebiet ist die so genannte Erweiterung schon längst vollzogen und läuft bereits auf Hochtouren. Das beste Beispiel für diese positive Entwicklung ist die enge Verflechtung der slowenischen und österreichischen Wirtschaft, die sowohl für die übrigen derzeitigen EU-Mitglieder, als auch für die anderen Beitrittskandidaten Vorbildfunktion haben kann und soll.
2002 machte das Exportvolumen in die zehn künftigen EU-Staaten 9,7 Mrd Euro aus (+5,9% gegenüber 2001). Auch das Exportwachstum in diese Region gegenüber den österreichischen Ausfuhren in die EU ist bei weitem besser. Während sich das Exportvolumen in die EU zwischen 1993 und 2002 verdoppelte, konnte sich das Ausfuhrvolumen in die EU-Beitrittskandidaten verdreifachen. Nach Slowenien selbst legten die österreichischen Ausfuhren 2002 um 9% auf 1,4 Mrd Euro zu und die Importe verzeichneten ein Plus von 1,9% auf 784 Mio Euro. "Dieser positive Trend setzte sich auch in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres fort", sagt Richard Schenz, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich. Die Ausfuhren steigerten sich gegenüber der Vorjahresperiode um 12,4% auf eine Mrd Euro und die Importe um 7,3% auf 551 Mio Euro. Slowenien ist für Österreich der elftwichtigste Handelspartner, noch vor Ländern wie China, Russland oder Schweden. Die Exporte nach Slowenien sind seit 1997 höher als je zuvor nach Gesamtjugoslawien. Schenz: "Neben den hervorragend laufenden Handelsbeziehungen ist Österreich in Slowenien außerdem mit einem Anteil von 32,3% an allen FDI der größte ausländische Investor und beim Pro-Kopf-Import österreichischer Waren liegt Slowenien mit rund 700 EUR unangefochten vor der Schweiz und Deutschland an der Spitze."
Der EU-Beitritt Sloweniens wird sich für slowenische und österreichische Firmen durch den Wegfall der Grenzformalitäten im Warenverkehr positiv auswirken. Auch gegenseitige industrielle Zulieferungen werden davon erheblichen Vorteil ziehen, da Grenzaufenthalte entfallen und so "just in time" Lieferungen ermöglicht werden. Dadurch werden insbesondere die Exporte von Nahrungsmitteln und Getränken Zuwächse verzeichnen. Insgesamt zeigt sich eine deutlich positive Tendenz bei den Agrarexporten Österreichs. Von 1998 bis 2002 stiegen die Agrarexporte alleine in die MOEL-Länder von 381,5 Mio Euro auf 449,6 Mio Euro - ein Zuwachs von 17,9%. Das wichtigste Land des österreichischen Agrar- und Lebensmittelexports in der Region ist Slowenien vor Tschechien und Ungarn.
Mit "Export 1-24" soll die positive Entwicklung der österreichischen Agrar- und Lebensmittelexporte noch verstärkt werden. Die Initiative "Export 1-24" ist aus Sicht der Wirtschaftskammer eine gezielte Maßnahme zur Unterstützung der heimischen Betriebe, um verstärkt bzw. neu in den Export zu gehen. Mit "Export 1-24" will die WKÖ auch die Zuversicht der Unternehmer in die Erweiterung stärken. (BS)

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