Konferenz zur Verhinderung von Gewalt an Kindern

EU-Programm Daphne ermöglicht internationale Zusammenarbeit

Wien (OTS) - Von 27. bis 29. November findet im Wiener Rathaus die Abschlusskonferenz des EU-Projektes Daphne ("Transnational local support programme to prevent violence against and abuse of children in families") statt.

ExpertInnen aller Projektpartner werden über ihre Erfahrungen berichten: Insgesamt werden 65 Gäste aus Schweden, Finnland, Italien und England erwartet, 55 Wiener ExpertInnen werden ebenfalls an dieser Tagung teilnehmen.

Ziel dieses EU-Projektes ist es, Gewalt und sexuellen Missbrauch zu verhindern. Wie soll das geschehen ?

Probleme verhindern, bevor sie entstehen

Die konkrete Umsetzung erfolgte in mehreren Modulen:

1.Aus- und Fortbildung der MitarbeiterInnen von Eltern-Kind-Zentren

2. 1-wöchige Praktika von ExpertInnen aus Österreich, Finnland, Italien, Schweden und Großbritannien in Eltern-Kind-Zentren der Partnerländer, die einen Erfahrungsaustausch ermöglichen;

3. Gruppenangebote für Eltern

Für werdende Eltern und Eltern mit Babies und Kleinkindern wurde daher ein spezielles Trainingsprogramm entwickelt. Wie etwa mit Überforderung umzugehen ist, wie wichtig es ist, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und rechtzeitig für Entlastung zu sorgen usw. waren Inhalte dieses Programms. Dies soll vor allem bewirken, dass Eltern in Krisensituationen auf diese erworbenen Ressourcen zurückgreifen können, sei es durch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sei es durch ein rechtzeitiges In-Anspruch-Nehmen von professioneller Beratung und Hilfe. In Eltern-Kind-Zentren in Wien, Schweden, Finnland und Italien starteten gleichzeitig Gesprächsrunden für diese Zielgruppe - die Teilnahme war kostenlos. Insgesamt nahmen 166 Eltern an diesen Gruppen in allen Partnerländern teil, in Wien waren es 49 Personen.

Die Evaluation erfolgte durch die Grundlagenforschung der MAG ELF in Zusammenarbeit mit der Universität Edinburgh. Die Erfahrungen im Projekt gestützt durch die Evaluation sollen dazu beitragen, ein best practice model auszuarbeiten, das anschließend in den Partnerländern als themenzentrierte Workshops für Eltern eingesetzt werden kann. 80 % der Projektkosten wurden von der Europäischen Kommission gefördert, der Rest von Projektpartnern selbst finanziert.

Gewalt in der Familie

Wie aktuell das Thema Gewalt in der Familie ist, zeigt uns die Vorjahresstatistik der MAG ELF: Im Vorjahr kam es seitens der SozialarbeiterInnen der MAG ELF in Wien zu mehr als 3.100 Befassungen mit "Gewalt bzw. Gewaltverdacht". Davon bezogen sich 14% auf körperliche Gewalt, beinahe 24% auf schwere Vernachlässigung/Verwahrlosung, rund 5% auf sexuellen und rund 4% auf psychischen Gewaltverdacht. Hinzu kommen noch 629 Fälle, in denen Kinder Gewalt innerhalb der Familie miterleben.

Information:
http://www.magwien.gv.at/ma11/seiten/eupart/euproj.htm

(Schluss) eg

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Fr. Ingrid Moser
Servicestelle des Amtes für Jugend und Familie
Tel.: 4000/90923

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