ÖBB: KLEINERE EINHEITEN STÄRKEN WETTBEWERB UND PARTNERSCHAFT Max Schachinger im Unterausschuss des Verkehrsausschusses

Wien (PK) Max Schachinger leitete seine Ausführungen im Unterausschuss des Verkehrsausschusses mit dem Hinweis auf den europäischen Trend hin zu dezentralen und flexibleren Einheiten
in der Wirtschaft ein, die durch größere Kunden- und Marktnähe erfolgreicher sein können als große Einheiten, in denen der Chef weder die Mitarbeiter auf der unteren Ebene noch die Kunden
kenne. Dazu komme die höhere Transparenz: Daten und Zahlen der Kostenrechnung stehen nur in überschaubaren Betriebsgrößen rasch genug zur Verfügung, um zeitgerecht reagieren zu können. Daher seien kleinere und flexiblere Einheiten bei den ÖBB ein Gebot der Stunde. Wettbewerb soll nicht nur zwischen Schiene und Straße, sondern auch auf der Schiene stattfinden. Das Ziel laute: Höhere Dynamik und mehr Wachstum.

Die Vorteile des LKW bestehen, so der Unternehmer, im raschen Eingehen auf Kundenwünsche. Wenn sich dies auch bei der Bahn durchsetzen soll, brauche sie eine neue Struktur. Eine Absage erteilte Schachinger dem englischen Beispiel im Bereich der Infrastruktur. In Netzwerken müsse der öffentliche Einfluss gewahrt sein, sagte er und unterstrich die Bedeutung eines
starken Regulators.

Große Bedeutung maß Max Schachinger der Steigerung der Joint-Venture-Fähigkeit zu und machte darauf aufmerksam, dass die neue ÖBB-Struktur die Fähigkeit der ÖBB verbessern werde, sich in Joint Ventures zu begeben.

Abgeordneter Josef Broukal (S) bat Staatssekretär Kukacka, das
von ihm zitierte Draxler-Papier dem Ausschuss zur Verfügung zu stellen und bat um eine Zusicherung des Staatssekretärs, dass der Vorstand der ÖBB-Holding nicht nur in der Anfangsphase, sondern
auf Dauer sechs Mitglieder umfassen werde. Außerdem fragte der Abgeordnete Experten Schachinger, ob die ÖBB nicht auch schon in den vergangenen Jahren eine sehr erfolgreiche Joint-Venture-
Politik betrieben haben.

Max Schachinger stimmte Broukal zu, meinte aber, dass die neue ÖBB-Struktur den Prozess zu einer höheren Marktfähigkeit und zu mehr Joint Ventures der ÖBB beschleunigen werde.

Fragen der Abgeordneten Evelin Lichtenberger (G) nach der Zukunft der "Rollenden Landstraße" und nach Preiserhöhungen, die die Marktfähigkeit der ÖBB in Frage stellen könnten, beantwortete der Experte, indem er darauf aufmerksam machte, dass die vielen tausenden kleinen Unternehmen, die zwischen Litauen und Bulgarien auf den europäischen Binnenmarkt liefern werden, auf die Rollende Landstraße angewiesen seien, weil sie es ihnen ermöglichen werde, die großen Entfernungen zu überwinden und gleichzeitig die vorgeschriebenen Ruhezeiten der LKW-Fahrer einzuhalten. Der Regulator sei deshalb wichtig, um für Rechtssicherheit zwischen kleinen und großen Benützern des Schienennetzes zu sorgen.

In seinen weiteren Ausführungen ging Max Schachinger auf den europaweiten Trend in Richtung Regionalisierung der Verkehre ein
und bezeichnete es als ein Gebot der Stunde für die ÖBB, sich auf den mittel-osteurpäischen Märkten zu positionieren.

Die Frage der SP-Abgeordneten Erika Scharer an den Unternehmer,
ob er sein eigenes Unternehmen auch in mehrere AGs gegliedert
habe, beantwortete Schachinger mit dem Hinweis auf die acht
Firmen, in die er seinen 600 Mitarbeiter umfassenden Betrieb im Vorjahr aufgeteilt habe. Für ihn sei die größere Markt- und Kundennähe der kleineren Einheiten maßgeblich für seine Entscheidung gewesen.

Staatssekretär Helmut Kukacka beschrieb die Aufgabe der Geschäftsführer in den operativen AG einerseits mit der Leitung der AG, andererseits mit der Aufgabe, im sechsköpfigen Vorstand
der Holding mitzuwirken. Dies werde nicht auf gesetzlicher Ebene, sondern in den Satzungen der Aktiengesellschaften, die
rechtzeitig bis 2005 fertig gestellt werden, geregelt. Was zu
einem späteren Zeitpunkt geschehen werde, stehe derzeit noch
nicht fest. Bewähre sich diese Konstruktion, werde man sie beibehalten. Dies habe der Aufsichtsrat oder die Hauptversammlung
zu entscheiden, sei aber keine Angelegenheit des Gesetzgebers, betonte Kukacka. (Fortsetzung)

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