Qualitätssicherung: Ärztekammer weist Frad-Aussagen scharf zurück

Brettenthaler: Hauptverband völlig falsch informiert - Frad-Äußerungen belasten Gesprächsklima

Wien (OTS) - Mit Unverständnis und großem Befremden reagierte heute der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Reiner Brettenthaler, auf den Vorwurf des Präsidenten des Hauptverbandes, Herwig Frad, die Ärztekammer sei in der Frage der medizinischen Qualitätssicherung säumig. "Frad ist offensichtlich nicht informiert, dass die ÖÄK bereits am 28. Jänner dieses Jahres die von ihm jetzt eingeforderten Qualitäts-Standards dem Gesundheitsministerium übergeben hat."

Die Forderung Frads, wonach die medizinische Qualitätssicherung nicht durch Ärzte durchgeführt werden solle, bezeichnete der ÖÄK-Präsident als "hanebüchen". Brettenthaler: "Weder Juristen, Verwaltungsbeamte, Mathematiker und schon gar nicht Versicherungsökonomen können die Inhalte einer medizinischen Leistung beurteilen. Sie ist daher in den Händen der Ärzte am besten aufgehoben."

Verwundert zeigte sich Brettenthaler über Frads Kritik an der gesetzlichen Installierung einer Institution für Qualitätssicherung. Das Gesundheitsministerium habe hier eine sehr ausgewogene Organisation geschaffen, welche die Mitsprache aller Beteiligten ermögliche. Der wissenschaftliche Beirat dieser Organisation sei, so Brettenthaler, paritätisch von Ministerium und Ärztekammer zu besetzen. Es obliege dem Ministerium, seine Experten namhaft zu machen.

Der Spitzenpräsident der Sozialversicherungen belaste mit seiner "verzerrenden und falschen Darstellung das ohnehin bereits sehr angespannte Gesprächs- und Vertrauensklima zwischen Krankenkassen und Ärztekammern". Brettenthaler erwartet sich vom Hauptverband mehr Sachkenntnis und nicht "unreflektierte und unnötige Polemik".

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